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Mitreißender Vokaljazz und Bigbandsound

Das Filippa Gojo Quartett und die HG-Bigband Jazztified Mitreißender Vokaljazz und Bigbandsound

Das Hainberg Gymnasium feiert in diesen Wochen mit diversen öffentlichen Veranstaltungen sein 150-jähriges Bestehen. Zu diesem Anlass traten dort auch die HG-Bigband Jazztified und das Filippa Gojo Quartett auf. Der Perkussionist des Quartetts Lukas Meile ist ein ehemaliger Schüler des Gymnasiums.

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Schon wahrend ihres Jazzgesang-Studiums hat sich die inzwischen in Köln lebende Österreicherin Filippa Gojo mit Solo-Auftritten und Improvisation abseits von traditionellen Formen beschäftigt.

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Göttingen. Schon wahrend ihres Jazzgesang-Studiums hat sich die inzwischen in Köln lebende Österreicherin Filippa Gojo mit Solo-Auftritten und Improvisation abseits von traditionellen Formen beschäftigt. Ihre stimmlichen Exkurse bewegen sich zwischen stark perkussiven Ansätzen und sehr lyrischem Gesang. Das erste 2013 veröffentlichte Album „Nahaufnahme“ des 2009 gegründeten Ensembles erhielt herausragende Kritiken. 2015 wurde dem Quartett der Neue Deutsche Jazzpreis in zwei Kategorien verliehen.

Den Abend eröffnet unter großem Applaus die hauseigene Band Jazztified. Das 22-köpfige Ensemble bietet unter der Leitung von Uwe Meile sehr energiegeladenen groovig, fetzigen Bigband-Sound, teils mit Unterstützung durch die Solostimmen von Anna Waltert, Sarah Berkemeier und Agnes Bollinowski. Das Repertoire der Band bewegt sich abwechslungsreich zwischen Songs von Bob Mintzer, Björk oder einem Potpourri bekannter Hits der amerikanischen Jazzrock-Band Chicago. Immer wieder können einzelne Musiker des Orchesters mit solistischen Einlagen glänzen.

Nach einer kurzen Umbaupause betritt das Quartett um Flippa Gojo, Gesang, und ihre Mitstreiter Sebastian Scobel, Piano, Fender-Rhodes, David Andres, Kontrabass und Lukas Meile, Perkussion die liebevoll geschmückte Bühne. Mit der „geheimen Hymne der Brasilianer während der Militärdiktatur“ wie Gojo erläutert, dem von João Bosco komponierten  „O bêbado e a equilibrista“ beginnt das Ensemble seinen Auftritt.

Gojo ist Bregenzerin und singt in drei Sprachen, zu denen auch das Vorarlbergische gehört. Vertrackt dezente Rhythmen, abrupte Tempowechsel und das sehr innovative Klavierspiel von Scobel zeichnen die Kompositionen des Quartetts aus. Über allem schwingt sich die wandelbare Stimme Gojos in teils schwindelerregende Höhen, Lautmalereien und Improvisationen. Sie spielt mit ihrer Stimme und lotet dabei alle Möglichkeiten zwischen energisch lautem und zart leisem Timbre aus. Joni Mitchells „Woodstock“ gewinnen die Musiker ganz neue Facetten ab. Gojo begleitet sich dabei mit Kalimba und Megaphon, gepaart mit teils sehr schrillen Tönen.

Zum Ende sinniert die Sängerin in „My Water“ über das Befinden eines Baches, an dem sie gesessen hat und dessen Lauf sie zu dem Stück inspiriert hat. Das Stück findet sich in einer A-capella Version auf ihrem Soloalbum „Vertraum“. Ein Mitreißender Auftritt voller kleiner Überraschungen.

Von Jörg Linnhoff

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