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Mittelalter-Festival des Studentenwerks

Göttinger Zentralmensa Mittelalter-Festival des Studentenwerks

Schrill schallt das Pfeifen der Dudelsäcke durch den Raum. Dumpf tönen die Trommeln. Dann wieder sind schmelzende Geigen und zarte Harfenklänge zu hören. 400 Zuhörer folgen am Sonnabend dem Auftritt von vier Bands der Mittelalterszene in der mit Fahnen geschmückten Göttinger Zentralmensa.

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Trommeln und Dudelsäcke beim Mittelalter-Festival in der Zentralmensa.

Quelle: Heller

Göttingen. Die Frauen tragen fließende Gewänder, die Männer derbe Kittel und Fellmützen oder bodenlange, schwarze Mäntel. Sie sind zum Teil aus Hannover und Kassel angereist. Die „Mittelalter Mensa“, die vom Kulturbüro des Studentenwerks ausgerichtet wird, bietet zudem Schwertkampf und Tanz. Zu kämpfen haben alle Gruppen mit der Tontechnik. Immer wieder kommt es zu Rückkopplungen.

Den lautstarken Auftakt macht die 2009 gegründete Mittelalter-Folk-Band Feuerdorn aus Nordhausen. An rohen, mit einem Tierschädel geschmückten Holzaufbauten hängen die Trommeln und Dudelsackpfeifen. Frontmann Kraon, die Feuerdohle, hat Schellen am Stiefel. Auch Tierhörner verwendet die Formation als Insturmente. Und zum Schluss ruft Kraon noch Elly, die Bauchtänzerin, auf die Bühne.

Leiser wird es mit der Hamburger Gruppe Schattenweber. Deren Harfenistin und Sängerin Isol Osiander hatte die Idee zu dem Konzertabend in Göttingen. Die Spielleute, die auch Gamben und Flöten erklingen lassen, setzen ihre Lieder zum Teil szenisch um. Beim Stück „Die Flagge des Roten Todes“ bringt die immer größer wendende Geisterschar – „weil die Pest keinen Mann entkommen lässt“ – einem Musiker nach dem anderen den Tod.

Um Feenhügel in der Anderswelt und andere naturspirituelle Themen geht es in den Stücken der Hildesheimer Band Waldkauz. Pagan Folk nennt sich der Stil, den Gruppen wie Omnia oder Faun bekannt gemacht haben. Bei „Wir sind die Heiden unserer Zeit“ stimmen die beiden Frontfrauen Gina und Nina an und das Publikum singt mit. Einfallsreich ist die Instrumentierung mit Harfe und Drehleier (Gina), Mundorgel (Nina) und Didgeridoo (Lennart).

Mittelalter-Festival in der Göttinger Zentralmensa.

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Härter und rockiger geht es bei der Band Reliquiae aus Osnabrück zu, die bereits beim Metal-Festival in Wacken aufgetreten ist. Der Dudelsack sorgt für mittelalterliche, die Geige für gefühlvolle Töne. Frontmann Bastus treibt das Publikum mit weit aufgerissenen Augen zum Mitklatschen an: „Hei, hei, hei!“ In den deutschen Texten geht es unter amderem um Liebe: „Lass sie gehen!“

In den Pausen wird Programm geboten. Schwertkampf zeigt die Göttinger Trainingsgruppe Haukstaldir, die sich 2010 bei einem Festival in Dänemark zusammenfand. Mit der germanischen Hiebwaffe Sax, aber auch mit Äxten und Lanzen gehen die frühmittelalterlich gekleideten Krieger und Kriegerinnen aufeinander los. Das Tanz-Duo Oscula per ignem („Vom Feuer geküsst“) verzichtet beim Indoorauftritt auf Feuer und lässt unter anderem LED-Pois durch die Luft wirbeln.

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