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Miu & Band im Nörgelbuff

„Soul-Pop mit links und rechts weggucken“ Miu & Band im Nörgelbuff

Miu ist Leadsängerin der gleichnamigen Band und heißt eigentlich Nina Graf. Einem Trip nach New York zur wöchentlichen Songwriter-Session im legendären Club "The Bitter End" folgte der Weg in das Musikbusiness und die Teilnahme am Popkurs in Hamburg. Mit ihrer Band trat sie am Freitag im Nörgelbuff auf.

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Quelle: Linnhoff

Göttingen. Nach Abschluss des Popkursan der Hochschule für Musik und Theater, einer Art Reifeprüfung für angehende Musiker, kündigt Miu ihren Job in einer Werbeagentur und gründet eine eigene Band. Dann geht alles sehr schnell. Auftritte in zahlreichen Clubs sowie auf Festivals wie der Jazz-Baltica oder dem Duckstein-Festival folgen. Mit „Watercoloured Borderlines“ hat sie gerade ihr Debütalbum vorgelegt.

An den Tasten begleitet sie Joscha Farries, am Schlagzeug Nando Schäfer, am Bass Daniel Otte und an der Gitarre Arne Vogeler. Und die legen gleich mit einem tollen Groove los. Mius Stimme weiß auf Anhieb zu fesseln. Treibende Drums zu funkigen Gitarren- und Hammondklängen reißen das  Publikum vom Start weg mit. „Livin‘ it up“ ist Lebensmotto und eine Mitklatschnummer für Fortgeschrittene zugleich. Auf Anhieb fasziniert das locker harmonische Ensemblespiel der Band. Die Musiker sind alle miteinander befreundet. Den Spaß am gemeinsamen Musikmachen bringen sie hör- und sichtbar auf die Bühne. Vertrackte Rhythmen, trockene Basslines, Hammond- und E-Pianotupfer und das stets innovative Gitarrenspiel von Vogeler begleiten die mitreißend soulige Stimme Mius. Sie selbst beschreibt ihre Musik als "Soul-Pop mit links und rechts weggucken".

Ohne große Pausen grooven sie sich von Stück zu Stück. Erst das Titelstück des neuen Albums kommt etwas verhaltener. Das begeisterte Publikum hat Zeit zum Durchatmen. „Mirror“ ist eine Ballade mit einem ausgiebigen instrumentalen Zwischenspiel. Melodische Basslinien treffen auf zarte E-Pianoklänge zu gestrichenen Becken, bevor sich die Musiker in einen wahren Rausch spielen. Vogeler setzt zu einem elegischen, sich steigernden Gitarrensolo an. Das Stück wird zum Manifest ihrer Musikalität.

In „Williamsburg“ arbeitet Miu ihre persönliche Geschichte mit New York ab. Ein Trip, der sie letztendlich nach ihrem Auftritt dort in der Ansicht bestärkt, dass Musik ihre Berufung ist. Zurück von dort, hat sie sich mit augenzwinkerndem Hinweis auf ihre Band „diese netten Herrn hier gesucht“ und macht nun seit einem Jahr nur noch Musik. Ein guter Entschluss, denn mit einer kleinen Rock’n‘Roll-Jamsession nur zur Gitarre beendet Miu ein Konzert, das einfach gute Laune und ein restlos euphorisiertes Publikum zurücklässt.

Von Jörg Linnhoff

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