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Moderner Vorlese-Onkel

Mischa-Sarim Vérollet Moderner Vorlese-Onkel

Passiv aggressives Vorlesekabarett“ präsentiert Mischa-Sarim Vérollet und trifft mit seinen ironischen Texten den Nerv der Zeit. Als „Vorlese-Onkel“, wie er sich selbst schmunzelnd nennt, wird er vielleicht später seine Enkel beglücken. Doch bis es soweit ist, amüsierte der Autor jetzt das Publikum im ausverkauften Göttinger Apex.

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Wiedererkennungswert Haarpracht: Mischa-Sarim Vérollet.

Quelle: EF

Bekannt geworden ist der 30-Jährige durch Poetry Slam. Damit trat er in der NDR-Talkshow oder bei Sat1-Comedy auf und wurde so zu einem der markantesten Komödianten der deutschsprachigen Szene.

Neben seiner Haarpracht hat vor allem seine Schlagfertigkeit Wiedererkennungswert. Sein Kurzgeschichtenband „Das Leben ist keine Waldorfschule“ war ein großer Erfolg. Er verkaufte sich über 30 000 Mal. Auch sein Roman „Warum ich Angst vor Frauen habe” sei im gutsortierten Buchhandel zu finden, behandle er doch drei wichtige Themen der heutigen Gesellschaft: „Angst, Frauen und Warum“, witzelt Vérollet.

Im Apex gab er nun Texte aus seinem neuen Werk zum Besten. Das soll am 15. März 2013 erscheinen und strotzt nur so vor schwarzem Humor. Bei der „Sneak Preview“ wird schnell klar, welches Thema Vérollet angehen wird: Menschen und ihr absurdes Verhalten. Als Quellen zur Dokumentation dieses Wahnsinns dienen dem zeitgenössischen Komiker vor allem sein Facebook-Account, die Zeitschrift „Apotheken-Umschau“ und eine Vielzahl skurriler Freunde. Jedenfalls greift er auf sie immer wieder zurück, um zu entlarven, was tagaus, tagein in unserer Welt vor sich geht. Dabei entpuppt sich Vérollet als begnadeter Beobachter. Er hinterfragt, was andere als selbstverständlich sehen und schafft es so, für sich zu begeistern: Weshalb zum Beispiel verraten Menschen das Ende von Filmen? Was bezwecken Bastler mit Serviettentechnik? Und warum gehen Musikfans gerne zu Festivals?

Es wird spürbar, was für eine Freude Vérollet daran hat, für all diese irrwitzigen Fragen eine mögliche Lösung zu erdenken. Dabei müssen die Zuhörer ihm durch seine irrgartenartigen Gedankenkonstrukte folgen. Dieser Gang wird allerdings zum Spaziergang, da der wortgewandte Autor das Publikum sicher zum Ziel leitet. Er macht sich „von Herzen gern Gedanken“ und ist sich sicher, dass „eine gute Theorie in petto viel besser ist als die Realität“. Davon überzeugt er auch die Zuschauer. Diese lachen über Kurzgeschichten namens „Sex und Stuhlgang“ mit einem Humor à la Charlotte Roche und über „Warum ich Autor geworden bin“ gleichermaßen herzhaft. Von Sarah Lodder

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