Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -5 ° wolkig

Navigation:
Mongolian meets Oriental in Orignial

Das Ensemble Sedaa belebt alte Kultur Mongolian meets Oriental in Orignial

„Sedaa“ ist das persische Wort für Stimme. Einen treffenderen Namen hätten sich die vier Musiker Naraa Naranbaatar, Nasaa Nasanjargal, Ganzorig Davaakhuu und Omid Bahadori für Ihr Ensemble wohl kaum auswählen können. Nach ihrem Auftritt am Donnerstagabend im Apex, musste man seine bisherigen Vorstellungen davon, was eine menschliche Stimme hervorbringen kann, noch einmal neu ordnen.

Voriger Artikel
Freiburger Band Neo Rodeo spielt im Heimathafen im Pools
Nächster Artikel
Konzert in Göttingen: Beatsteaks-Drummer Götz über Erfolg und die Heiligkeit des Probenraums

Vielschichtiges musikalisches Erlebnis: Sedaa spielen im Apex.

Quelle: Theodoro da Silva

Göttingen. Mit einer Mischung aus traditioneller mongolischer Musik und orientalischen Elementen beleben sie eine uralte Kultur neu.

Sedaa spielen dem Publikum aber nicht einfach nur die Musik ihrer eigenen Kultur vor, sondern erklären, was sie darbieten. Mit kurzen Klangbeispielen verdeutlichen sie drei verschiedene Gesangstechniken: den Kehlgesang Höömii, den Obertongesang, bei dem über einem Bordunton gleichzeitig eine Melodie gesungen werden kann und den tiefen, vibrierenden Untertongesang.

Die Kombination dieser Gesangstechniken mit den Klängen der verschiedenen Instrumente, ergibt ein immens vielschichtiges musikalisches Erlebnis. Mitunter muss man sich kurz auf der Bühne umschauen, um zu erkennen, wo ein neuer Klang herkommt, um dann festzustellen, dass es tatsächlich eine menschliche Stimme ist.

Sie geben auch einen kleinen Beitrag zur Instrumentenkunde und beschreiben die Beschaffenheit der verschiedenen traditionellen Instrumente, so wurde etwa die zweisaitige Pferdekopfgeige Morin Khuur ursprünglich vollständig aus Teilen von Pferden gebaut, das 120-saitige Hackbrett wird mit kleinen Schlägeln bespielt.

Ergreifender Chorgesang

Nicht nur in den Instrumenten, spielen Pferde eine zentrale Rolle, ein Großteil der selbstarrangierten Stücke handelt von Pferden, die für das Nomadenvolk einen wichtigen Stellenwert einnahmen: Von schwarzen, braunen und Lieblingspferden. Davaakhuu entlockt seinem Hackbrett dabei schnelle Melodien, die sofort an einen wilden Galoppritt erinnern.

Durch die vielen kleinen Details, die neckische Art der Musiker, wenn sie über ihre Musik reden und vor allem die so warmen Töne der Musik, wird im Laufe des Abends die zunächst groß erscheinende Distanz zu der ungewohnt klingenden Musik schnell verschwindend gering.

Gemeinsames Singen mit dem Publikum überwindet schließlich auch die letzte noch mögliche Hürde. Zwar beherrscht das Publikum den Gehgesang nicht, doch mit vereinten Stimmen entsteht ein ergreifender Chorgesang, der schlichtweg zeigt, dass Musik keinerlei Grenzen kennt.

Von Tina Evers

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Die Milchbar im Nörgelbuff