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Monoton melancholisch

Kitty Solaris stellt „Silent Disco“ im Göttinger Nörgelbuff vor Monoton melancholisch

Melancholisch, verträumt, abwesend – die Indiepop-Sängerin Kitty Solaris hat ihr fünftes Studioalbum „Silent Disco“ im Nörgelbuff vorgestellt. Begleitet wurde sie von Steffen Schlosser, der den monotonen Grundsound des E-Gitarren-Spiels durch Akzente am Schlagzeug etwas auflockerte.

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Kitty Solaris. 

Quelle: EF

Göttingen. In einer Silent Disco tanzen die Besucher zu Musik aus Kopfhörern. Diese Einsamkeit fängt Solaris in ihren Texten ein, die oft von Außenseitern handeln. Im Titelsong „Silent Disco“ kontrastiert sie den Kaufhausrausch mit der Partnersuche in der Disco: „Are you looking for a new love? In the shopping center. In the dancing hall.“  Was auf ihrem Album und in ihren kreativen Musikvideos durchaus nett anzuhören ist, wirkt auf der Bühne etwas fad. Afrikanische Beats, Violinen- und Trompetenspiel vervollständigen die Songs und geben ihnen mehr Klang und Rhythmus. Nur leider nicht auf der Bühne, denn verständlicherweise ist Solaris aus Berlin für den kleinen Auftritt nicht mit vielen Musikern angereist, sondern nur mit MP3-Player. Schlosser sorgt mit einigen schönen Schlagzeug-Soli jedoch für klangvolle Akzente.Die Singer-/Songwriterin, die eigentlich Kirsten Hahn heißt, zitiert in ihren Liedern gerne Künstler, wie Patrick Wagner von Surrogat. So beschreibt sie, angelehnt an Wagner, in „Beggar and King“, dass es „im Prinzip egal ist, ob man oben oder unten ist.“ Der Bettler könne zum König werden und umgekehrt. In „Small Talk“ thematisiert sie das Ende einer Beziehung, nach dem man sich auch von der Familie des Ex-Partners trennen müsse. Auch „Mind Matches“ handelt von der Endlichkeit der Liebe. „Our minds are matching only for tonight“, singt Solaris in ihrer gewohnten Mélange aus traurigem Pragmatismus und Pessimismus.Zum Abschluss kommt Solaris noch ein wenig aus sich heraus. Sie wirkte während des Konzerts teilweise sehr abwesend. Mit „Spring Will Surely Come“ betätigt sie sich als Wetterfee und beweist, wenn auch etwas spät, wie angenehm weich und melodisch ihre Stimme klingen kann, sobald sie sich vom Sprechgesang ihrer meditativen Stücke verabschiedet.

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