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Frech und voller Lebensfreude

Mozart-Zyklus im Göttinger Clavier-Salon Frech und voller Lebensfreude

Sie stammen von dem jungen und dem alten Wolfgang Amadeus Mozart. Vier Sonaten für Klavier und Violine interpretierten Gunhild Hoelscher (Violine) und Gerrit Zitterbart (Flügel) am Freitagabend im Clavier-Salon in Göttingen. Es war der zweite Abend ihres Mozart-Zyklus, in dem sie alle Sonaten vorstellen wollen.

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Quelle: GT

Göttingen. „Gerade einmal zehn Jahre alt war Mozart, als er 1766 in Den Haag die Sonate für Klavier und Violine B-Dur KV 27 komponierte“, erklärte Zitterbart seinen 40 Zuhörern. Frech und lebensfroh ist das Stück, das noch den Geist des Barocks atmet. Und alles, was die späteren Sonaten prägte, findet sich dort bereits angelegt, wenn auch noch plakativ und nicht so ausgereift. Rasant schnelle Passagen enthält das Werk, rasant schnell musste Zitterbart dann die Noten umblättern.

Hingebungsvoll spielte Hoelscher, die unter anderem in New York und Paris studiert hat. Mal berührte sie mit ihrem Bogen nur kurz die Saiten ihrer Violine, dann wieder entlockte sie, entrückt lächelnd, ihrem Instrument lange, warme Töne. Klar und artikuliert interpretierte sie mit einem Barockbogen die ersten drei Mozart-Stücke, neben dem Frühwerk noch die Klavier-Violin-Sonaten Es-Dur KV 302 (1778) und F-Dur KV 376 (1781). Für das vierte Opus, die Sonate Es-Dur KV 481 (1785), griff sie dann zu einem klassischen Bogen, der die Musik weicher klingen lässt.

Zitterbart, der seit 1983 als Professor eine Klavierklasse an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover leitet, saß an einem Flügel, den Anton Walter 1795 gefertigt hat. Auf einem Walter-Flügel spielte Mozart in seinen letzten Lebensjahren.

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