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Music & Dance Improvisation Company im Göttinger Apex

„Summer Session“ Music & Dance Improvisation Company im Göttinger Apex

Beim Betreten des Veranstaltungsraumes fällt auf, dass die Instrumente im eigentlichen Zuschauerraum und drum herum die Stühle aufgebaut sind. Schon dies weist auf ein etwas anderes Musikerlebnis hin.

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Eingespieltes Team: Gunter Hampel (rechts) mit seinen jungen Musikerkollegen.

Quelle: Heller

Göttingen. Gunter Hampel hat mit „The 8th of July“ schon Ende der 60er-Jahre europäischen und amerikanischen Free-Jazz zusammengeführt. Mit der „Jazzkantine“ und dem Jazz-HipHop Projekt „Next Generation“ gab er dem Jazz neue spannende Projekte mit Zeitgeist. Gemeinsam mit seiner Tochter Cavana Lee Hampel (Gesang) dem Tenor- und Baritonsaxophonisten Johannes Schleiermacher, dem Schlagzeuger Bernd Oezsevim und dem Tänzer Prince Alegs war der Vibrafonist, Flötist und Bassklarinettist Hampel zu einer Jazz- und Tanzimprovisation am Mittwochabend ins Apex gekommen.

Eng aneinander geschmiegt bewegen sich die Musiker aus dem Dunkel der Bühne ganz langsam wie eine Raupe zu atonalen Lauten in den Raum. Dabei improvisieren sie frei, und Hampel wechselt fließend von der Bassklarinette zum Vibrafon. Zeitweilig spielt er dabei sogar beide Instrumente gleichzeitig. Aus dem musikalischen Fluss heraus ertönt ein kurzes knackiges Schlagzeugsolo. Nur zu Vibrafonklängen schleicht sich Prince Alegs zeitlupenartig in den Raum. Seine Tanzeinlagen verbinden Elemente aus Breakdance und Pantomime.

Eine verspielt tänzerische Melodie erklingt, begleitet vom nuancierten Saxophonspiel Schleiermachers und zurückhaltender Perkussion. Cavana Lee Hampel spielt mit ihrer Stimme im Duett mit dem Vibrafon. Mal zart, dann anschwellend, lotet sie facettenreich ihre stimmlichen Möglichkeiten aus. Sie scattet, gurrt und summt lautmalerisch, ihre Stimme wird zeitweilig zum Instrument. Ganz intim wird es, wenn die Musiker in einer leisen Passage auch räumlich zusammenrücken und nur noch punktuelle, zarte lautmalerische Akzente setzen. Beeindruckend ist der Moment, in dem Hampel wie ein Schlangenbeschwörer Prinz Alegs’ Tanz allein auf der Querflöte begleitet.

Innerhalb dieser Klangszenarien gibt Hampel jedem der Musiker ausreichende Freiheiten zur Entfaltung. So entsteht ein spannendes Klangspektrum, mal expressiv, dann wieder harmonisch melodiös.

Seit 15 Jahren spielen sie nun schon in dieser Besetzung zusammen. Augenzwinkernd fügt Hampel bei der Vorstellung der Band hinzu, dass seine Tochter schon als kleines Kind unter dem Vibrafon sitzend mitgesungen habe.

In den vergangenen Tagen haben sie einen Kinderworkshop an der Paul-Gerhard Schule in Dassel gegeben. Abschluss dieses Workshops wird ein gemeinsames Konzert sein. Im Apex hat das Publikum einen spannenden Abend voller faszinierender Klänge erlebt.

Von Jörg Linnhoff

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