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Musik aus Frankreich und Tschechien

Jugend-Sinfonie-Orchester Göttingen Musik aus Frankreich und Tschechien

Sie studierten im Paris und Prag des 19. Jahrhunderts. Werke von Charles Gounod und Camille Saint-Saens sowie von Josef Dominik Skroup und Jan Václav Vorisek spielte das Jugend-Sinfonie-Orchester Göttingen am Sonnabend in der Alten Fechthalle. 190 Zuhörer folgten dem Konzert der 14- bis 22-Jährigen.

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Das Jugend Symphonie-Orchester (JSO) in der Alten Fechthalle in Göttingen.

Quelle: Pförtner

Göttingen. „Einige der Komponisten, die uns von den Instrumentallehrern der Schüler empfohlen worden sind, kannte ich bisher auch nicht“, sagt Alon Sariel. Der Musiker leitet seit 2011 mit Daniel Eismann das 1980 gegründete Ensemble. Seit September probten die 35 jungen Menschen des schulübergreifenden Orchesters in der Aula des Göttinger Otto-Hahn-Gymnasiums. Im Januar verbrachten sie ein Wochenende auf Schloß Weikersheim.

Zum Auftakt ihres Konzerts erklang unter Eismanns Leitung Gounods Petite Symphonie für Bläser aus dem Jahr 1885. Gounod, von dem die Hymne des Vatikanstaats stammt, ist in Deutschland vor allem als Komponist der Oper Faust und eines Ave Marias gekannt. Er ergänzte das Bläseroktett mit jeweils zwei Oboen, Klarinetten, Hören und Fagotten um eine Flöte. Seine Sinfonie hat Kammermusikqualität, was den Schülern, von denen jeder einzelne während der vier Sätze gut zu hören ist, einiges ab.

Als größtes Werk seiner Gattung haben Komponisten wie Dimitri Schostakowitsch oder Sergei Rachmaninow Camille Saint-Saens Konzert für Violoncello Nr. 1, c-Moll, eingestuft. Es setzt statt mit orchestraler Einleitung mit einem Tuttischlag ein, dem das Cello mit dem Hauptthema folgt. Das viruose, von Sariel dirigierte Stück forderte die Cellistin Johanna Diepold, die Proben und Konzert im Abiturstress bewältigen musste. Mit sechs Jahren begann Diepold, die zudem Fußball spielt, mit dem Cellounterricht.

Nach der Pause ging es mit den tschechischen Komponisten weiter. Von Josef Dominik Skroup war das Konzert für Horn und Orchester, B-Dur, zu hören. Der spielerische Charakter der orchestralen Einleitung wird später vom Solohorn aufgegriffen. Solistin Anna Barbara Albrecht ist ebenfalls gerade im Abitur und Sportlerin. Sie turnt Rhönrad und spielt Volleyball.

Zum Abschluss gab es die klangstarke, dramatische Sinfonie in D-Dur von Vorisek zu hören. Sie weist deutliche Einflüsse von Beethoven auf. Vorisek hat den Komponisten in Wien, wo er zum Hoforganisten aufstieg, persönlich kennengelernt. Der Böhme ist bereits mit 34 Jahren an Tuberkulose gestorben.

Das Publikum, darunter viele Eltern und Großeltern, zollte den Schülern mit langem Applaus Respekt. Es wurde mit einer Zugabe belohnt.

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