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Musik zum "Karneval der Tiere"

Bad Lauterberg Musik zum "Karneval der Tiere"

Im Vorgriff auf die Fusion der Kreise Göttingen und Osterode war „Kultur im Kreis“ am Freitag in Bad Lauterberg zu Gast. Im Kurhaus waren Julia Bartha und Stephan Kiefer an zwei Klavieren zu hören, dazu der Schauspieler Florian Eppinger und als Cello-Solistin Antonia Michalski.

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der Musik

Quelle: r

Bad Lauterberg. Zwei Werke für Klavier-Duo standen auf dem Programm, der „Karneval der Tiere“ von Camille Saint-Saëns und „Ein Amerikaner in Paris“ von George Gershwin. Den „Karneval“ gab es in der Textfassung, die Loriot 1975 geschaffen hat. Das sind kurzweilige, wunderbar verschmitzte, verspielte Geschichten rings um die Musiknummern, in denen die Rede von Mehlwürmern ist, von Murmeltieren, die sich die Ohren zuhalten, oder von Eichhörnchen, die zierliche Verbeugungen machen.

Diese Texte rezitierte Eppinger mit vielen klug eingesetzten Stimmfarben, mit feinster Ironie und einer bemerkenswerten Vielfalt an dynamischen Schattierungen. Zwischen den beiden Musikwerken las er als literarisches Intermezzo (passend umrahmt von Julia Bartha mit Gershwin-Musik) die Kurzgeschichte „Das Kugelmass-Intermezzo“, die Woody Allen 1977 im „New Yorker“ veröffentlicht hat. Darin erlebt ein ältlicher Professor in New York dank der Zauberkünste eines Magiers erstaunliche amouröse Abenteuer mit Madame Bovary, um sich am katastrophalen Ende im falschen Buch eingesperrt zu finden.

Ansteckender Spielwitz und jazziges Feeling

Mit derselben Virtuosität und Ausdrucksvielfalt präsentierten Bartha und Kiefer die beiden Duo-Werke. Bis auf winzige Ausnahmen waren sie perfekt synchron im Zusammenspiel, hatten ein zauberhaftes Piano (das sonst bei Pianisten-Duos nicht selten aus bloßer Spielfreude zu einem Mezzoforte anwächst) und sorgten auch in lautstarken Steigerungen stets für Transparenz und Balance. Ansteckender Spielwitz kennzeichnete den „Karneval“, atmosphärische Dichte und jazziges Feeling den „Amerikaner in Paris“.

Als i-Tüpfelchen gab es den „Schwan“ im „Karneval der Tiere“ mit Solo-Cello, mit beseelt singendem Ton gespielt von Antonia Michalski, die schon beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ damit geglänzt hatte. Anhaltender Beifall im leider nur mäßig besetzten Kursaal.

Die nächsten Konzerte von „Kultur im Kreis“

  • Sonntag, 18. September, 18 Uhr: Interkulturelles Orchester Göttingen mit Itchy Kolo in der Scheune des Gutes Sennickerode,
  • Sonntag, 25. September, 14 Uhr: Hip-Hop-Workshop mit Niklas Schweda und Cosmo Kühnelt in der Mehrzweckhalle Friedland,
  • Freitag, 30. September, 20 Uhr: „Les Brünettes“ a cappella im Gasthaus Plumbohm Barterode.
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Von Redakteur Michael Schäfer

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