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Musikalische Seifenblasen

Zauberhafte kleineReise im Keller des Deutschen Theaters Musikalische Seifenblasen

Katharina Uhland und Florian Thunemann sangen am Mittwoch im Keller des Deutschen Theaters über Liebe, Nicht-Liebe und vieles dazwischen. KleineReise nennt sich das Duo, in dem – ganz dem Rollenklischee entsprechend – sie den sprachlichen und gesanglichen Part übernimmt, er die Gitarrenbegleitung.

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Es sind keine leichten Fragen, die das „2PersonenOrchester“ sich musikalisch stellt.

Quelle: CH

Göttingen. Beide kennen sich seit der Schauspielschule, haben sich auch als Paar erprobt und sich dann auf die Musik als gemeinsamen Nenner geeinigt. Gern stichelt Uhland, die Ensemblemitglied des Deutschen Theaters ist, gegen ihren „lustigen Ex-Freund“. Der nimmt das gelassen oder schaltet auf Durchzug. So genau weiß man das nicht. Genauso ist das mit dem Kennenlernen und sich verlieben.

Da hat jeder Mann seine und jede Frau ihre ganz eigene Version. Uhland hat diese unterschiedlichen Perspektiven in dem Lied „Klingt komisch“ verarbeitet – das Anfangsstück des Abends – und dieses klingt entgegen des Titels herrlich verträumt und poetisch. So auch das zweistimmig vorgetragene „Für Omma“, das eine Absage an romantische und andere sprachliche Allgemeinplätze wie „auf jeden Topf passt ein Deckel“ darstellt. Da glaubt Uhland doch lieber der Lyrikerin Hilde Domin, die dem „Wunder leise wie einem Vogel die Hand hinhält“.

Ihre Lieder sind kleine, detailverliebte Kunstwerke, die gekonnt emotionale Zwischentöne transportieren. Die Seifenblasen im Hintergrund passen zu  den Liedern ihres „Knallbums“ (Albumtitel: Das neue Knallbum), denn bei kleineReise ist die Liebe nicht rot, sondern von fragiler Schönheit.

Es sind keine leichten Fragen, die das „2PersonenOrchester“ sich musikalisch stellt: „Warum kann man Glück nicht einfrieren“ ist eine davon. Aber um Antworten geht es den beiden Musikern auch gar nicht. „Außen bin ich ruhig, doch der Gedankenkram“ singt Uhland, der man regelrecht ansieht, dass in ihrem Kopf in jeder Sekunde eine neue Idee zündet. Mit großer Intensität und Sensibilität singt sie ihre eigenen Texte, die immer wieder durch burschikose, geistreiche Brüche überraschen.

Obwohl sie kein Liebespaar mehr sind, scheint die Chemie musikalisch und menschlich zu stimmen. Eine Menge Spaß und Leichtigkeit transportiert sich ins Publikum. „Es geht hier nur um ihre Ex-Freunde“ resümiert Thunemann. Wenn dabei solche Lieder entstehen, wünscht man Uhland noch einige mehr davon.

Von Marie Varela

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