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Musikalische Wünsche des Publikums eingelöst

Chor und Orchester der Polizei Musikalische Wünsche des Publikums eingelöst

Nur die hintersten Stuhlreihen im Parkett der Göttinger Stadthalle blieben frei, ansonsten war der Saal am Sonntag voll besetzt beim Wunschkonzert des Polizeichores Göttingen. 

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Rhythmische Präzision, Ausdrucksreichtum, Intonationssicherheit: Polizeichor und -orchester sind gefordert.

Quelle: EL

Die Wünsche waren im vergangenen Jahr beim Konzert des Chores gesammelt worden – nun wurden sie eingelöst. Das allein aber erklärt nicht den Riesenerfolg dieses Wunschkonzerts: Alle Mitwirkenden hatten sich sehr, sehr gründlich auf diesen Auftritt vorbereitet, was die allerschönsten musikalischen Früchte hervorbrachte. Das gilt sowohl für den Chor als auch für das Polizeiorchester Niedersachsen mit seinem Dirigenten Thomas Boger, das den professionellen instrumentalen Rahmen lieferte.

Das Wunscherfüllungs-Programm reichte von der romantischen Oper bis zum Schlager-Evergreen, vom deutschen Volkslied bis zu russischer Folklore, vom Gefangenenchor aus „Nabucco“ bis „I did it my way“, vom Heideröslein bis zum Wolgalied. Wer mit dem üblichen Männerchor-Vorurteil in das Konzert gekommen war, wurde eines Besseren belehrt: Dieser Chor kann sehr wohl singen. Es ist nicht nur die berufstypische Disziplin, die Polizeichor-Dirigent Klaus Klapproth seinen Sängern abverlangt. Da ist rhythmische Präzision genau so gefordert wie Ausdrucksreichtum, Intonationssicherheit (die bei klavierbegleiteten Nummern deutlich zunahm) wie dynamische Vielfalt, die bis zum zarten Piano reicht.

Und was das Polizeiorchester Niedersachsen leistet, liegt im Qualitätsniveau mindestens noch zwei Stufen darüber. Schon in ihrem ersten Beitrag – der Ouvertüre zu „Orpheus in der Unterwelt“ von Jacques Offenbach – glänzten die Instrumentalisten mit virtuosen Leistungen und ausdrucksvollen Soli (hauchzart die Klarinette), die durchaus philharmonischen Ansprüchen genügten. Tubist Udo Motzheim lieferte als Solist im Csárdás von Monti ein Feuerwerk von Klängen. Trompete, Saxofon, Klarinetten und Posaunen schmückten den „König der Löwen“ mit prächtigen solistischen Glanzlichtern. Sogar einen eigenen Gesangssolisten hatte das Orchester mitgebracht: Frank Marpoder, der unter anderem im Sinatra-Titel „I did it my way“ und dem Song „Twist it“ aus „Blues Brothers“ das Publikum zu Begeisterungsstürmen hinriss.

Das Konzert bot den passenden Rahmen, um dem Polizeichor-Dirigenten Klaus Klapproth für sein 25-jähriges Wirken festlich zu danken. Am Ende gab es Standing Ovations und laute Pfiffe der Begeisterung. Eine derartige Jubelstimmung hätte man von einem Publikum, das überwiegend in der zweiten Lebenshälfte stand, wohl kaum erwartet.

Das nächste Konzert des Göttinger Polizeichores ist am 27. Oktober 2013 angesetzt.

Von Michael Schäfer

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