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Musikalischer Krimi in Universitätsaula

Saisonstart der Aulakonzerte Musikalischer Krimi in Universitätsaula

Einen höchst spannenden Abend versprach das Eröffnungskonzert der Aulakonzerte. Dem Thema der spätromantisch angelegten Saison folgend, trug die eigens für diesen Anlass zusammengeführte internationale Schar erfahrener Solisten und Kammermusiker Werke von Mozart, Kodály, Brahms und Dohnányi vor.

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Zum Auftakt: O. Triendel, L. Berthaud und P. Moraguès (v. l.).

Quelle: PH

Mit dem Kegelstatt-Trio von Wolfgang Amadeus Mozart wurde die neue Saison in der Universitätsaula eingeläutet. Neben einer ungewöhnlichen Besetzung kennzeichnet dieses Trio eine außergewöhnlich lyrische und poetische Atmosphäre. Pianist Oliver Triendel, Bratschistin Lise Berthaud und Klarinettist Pascal Moraguès interpretierten besonderes die Solopassagen sehr virtuos ohne dabei an der für Mozart typischen Leichtigkeit einzubüßen.
In dem Schaffen des ungarischen Komponisten Zoltán Kodály trifft man auf einen Melodiestil, der von volksmusikalischen Elementen geprägt ist. Mit größter Spielfreude gaben die Musiker diese Idee mit dem Intermezzo für Streichertrio wieder. Beherzt betonte Cellist Marko Ylönen den off-beatartigen Grundrhythmus. Zusammen mit den leicht dissonant gesetzten unisono Passagen in Viola und Violine (Liza Ferschtman) nahm das Stück einen gar groovenden Charakter an.

In dem Horntrio von Johannes Brahms überzeugte insbesondere Hornist Bruno Schneider mit einem weichen, gleichzeitig starken und voluminösen Ton, der sich perfekt in das ausgewogene Klangverhältnis von Violine und Piano eingliederte. Besonders im Adagio schwangen sich Violine und Horn nach einer Art Frage-Antwort-Passage zusammen in musikalische Höhen.

Mit dem Sextett in C-Dur von Ernst von Dohnányi, einem Zeitgenossen von Kodály, schien sich nun ein musikalischer Krimi zu ereignen. Auf bereiten, geheimnisvoll klingenden Akkord-Arpeggios von Cello und Klavier baute sich ein Hin und Wieder zwischen Violine, Viola und Horn und Klarinette auf. Dieses dissonante Klanggeflecht beruhigte sich im Adagioteil. Hier übernahm das Klavier die repetitiven Rhythmen, auf denen die Streicher gemeinsam regelmäßige harmonische Akzente setzten. Schließlich kehrte es sich um, und die Streicher lieferten ein tangoähnliches Rhythmusgerüst und Bläser den Melodiepart. Die Musiker bauten in diesem Werk so viel Spannung auf, dass die Zuhörer von dem Geschehen ganz und gar eingenommen zu sein schienen.

Von Rhea Maria Richter

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