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Musikalisches Naturwunder

Neuseeländerin Teresa Bergman begeistert solo Musikalisches Naturwunder

Spielerische Vielseitigkeit in der Musik und ihr facettenreicher Gesang zeichnen die aus Neuseeland stammende Wahlberlinerin Teresa Bergman aus. Mit einem akustischen Solo-Ladenkonzert in Göttingen und im Trio in Northeim in der Alten Brauerei begeisterte sie gleich zweimal ihr Publikum.

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Erfrischend abwechslungsreiche Musik: Teresa Bergman und ihre Band. 

Quelle: CR

Göttingen/ Northeim. Schon mit neun Jahren hat Bergman in ihrer Heimat Neuseeland angefangen Gitarre zu spielen und Lieder zu schreiben. 2009 wagt sie den Sprung nach Europa. Neugierde auf Neues und Reiselust sind der Antrieb, ihre Heimat zu verlassen.

In Berlin lernt sie den Schlagzeuger Alex Skoczowsky kennen, mit dem sie ihre erste EP aufnimmt und von der sie allein 5000 Exemplare über Straßenmusik verkauft. Ihren Bassisten Frank Schulze hat Bergman nach eigener Aussage in der Ecke einer verrauchten Berliner Bar entdeckt.

Am Vorabend hat sie schon das Göttinger Publikum mit einem akustischen Solo-Konzert bei Pieper´s in der Theaterstraße zu wahren Begeisterungsstürmen bewegt.

Auf hohen Schuhen in einem langen fließenden Kleid betritt Bergman die Bühne der Alten Brauerei. Mit „Relative Blues“, einem galoppieren Kracher gleich zu Beginn, spielt sich das Trio auf mitreißende Weise warm. Ein ebenso lebhaftes Sommerliebeslied folgt mit „New Day“. In dem zerbrechlich wirkenden „Bird of a feather“ geht es darum, immer wieder die gleichen Fehler zu machen und sich im Kreis zu drehen.

Von Beginn an begeistert Bergman mit purer Energie und ihrer volumen- und facettenreichen Stimme, mit der sie sich fast artistisch in unglaubliche Höhen schraubt, um dann wieder in ganz tiefe Stimmlagen zu verfallen. Skoczowsky und Schulze legen dazu stets den richtigen Groove. Die erfrischend abwechslungsreiche Musik bewegt sich zwischen souligem Pop mit Jazz, Rock- und Bluesanteilen. Mit ihren Liedern schlägt Bergman ein ums andere Mal eine Brücke von Europa in ihre Heimat Neuseeland.

Dort hat sie bei einem Besuch ein Schwarz-Weiß-Foto gefunden. Zuerst habe sie angenommen, dass sie selbst darauf zu sehen sei und erst später erfahren, dass es ein Foto ihrer früh verstorbenen Mutter ist, erklärt Bergman. „Blue Eyes“ handelt von den Ähnlichkeiten, die man in sich trägt und weiterführt. Der Tui ist ein Neuseeländischer Vogel mit vier Stimmbändern und zwei unterschiedlichen Stimmen. „Tui sings blue“ steht als Metapher für den Zwiespalt in zwei Welten zu leben.

Nicht nur die Stimme, sondern auch ihre unterhaltsamen Geschichten und ihre sympathisch natürliche Art bewegen das Publikum. Bergman hinterlässt den nachhaltigen Eindruck, ein musikalisches Naturwunder erlebt zu haben.

Von Jörg Linnhoff

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NDR2 Soundcheck in Göttingen: Musikszene Deutschland