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Drei scharfe Zungen und 99 peinliche Bekenntnisse

„Neue Göttinger Gruppe“ am Sonntag Drei scharfe Zungen und 99 peinliche Bekenntnisse

Lichtenberg und noch mehr Lichtenberg: Das Jubiläumsjahr in Göttingen wird auch in dieser und der kommenden Woche fortgesetzt. Auf eine Lesung der „Neuen Göttinger Gruppe“ am Sonntag folgt die nächste „Spötterdämmerung“ am Mittwoch.

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Hans Zippert

Quelle: r

Göttingen. Drei scharfe Zungen sind am Sonntag im Alten Rathaus zu Gast: Die „Neue Göttinger Gruppe“ liest am 9. Juli in der Ausstellung „Lichtenberg reloaded“. Die satirische Lesung beginnt um 11 Uhr. Peter Köhler, Klaus Pawlowski und Reinhard Umbach sind keine unbeschriebenen Blätter. Solo haben sie sich einen Namen gemacht, gemeinsam treten sie seit zehn Jahren unter dem Namen „Neue Göttinger Gruppe“ auf. Eine Bezeichnung, die nicht nur im Sommer 2007 schon das erste Augenbrauen-Hochziehen provozierte, noch bevor ein Satz gelesen war. Er bezieht sich auf die Vermögens- und Finanzholding, die - nach Jahren im Grauen Kapitalmarkt - insolvent ging. Im Zuge des Untergangs sollen Unsummen von Geld verschwunden sein. Auch zehn Jahre nach Gründung der „Neuen Göttinger Gruppe“ kann wohl nahezu jeder Göttinger diesen Bezug herstellen - für die Satiriker von Vorteil, denn sie sind allein deshalb schon im Gespräch.

Plauderstündchen mit scharfen Zungen

A propos: „Plauderstündchen im Apex“ sollen die drei zusammengebracht haben, heißt es in einer Ankündigung der Göttinger Stadtverwaltung für die Lesung im Alten Rathaus. Dass dabei gesprochen wurde wie beim Kaffeekränzchen dreier älterer Damen, darf wohl kaum angenommen werden: Köhler, Pawlowski und Umbach veröffentlichen schon damals Texte in der Berliner Tageszeitung taz.

„Sie trafen sich häufiger, freundeten sich an und gründeten die ,Neue Göttinger Gruppe“, umschreibt die Mitteilung der Stadtverwaltung, was dann geschah. „Inzwischen haben sie gemeinsam drei Satire-Bände herausgebracht und lesen regelmäßig überall dort, wo sich Menschen versammeln, die Spaß haben am virtuosen Spiel mit der Sprache, und die gerne herzlich lachen. Denen versprechen sie ein Hörvergnügen der besonderen Art.“ Dieses dürfte scharfzüngige Satiren, skurrile Geschichten und kuriose Gedichte enthalten. Denn die drei von der „Neuen Göttinger Gruppe“ versprechen: Sie werden Lichtenberg, den großen Spötter, angemessen würdigen.

Das hat sich auch Hans Zippert vorgenommen, der am Mittwoch, 12. Juli, um 20 Uhr ebenfalls im Alten Rathaus zu Gast ist. Er ist ehemaliger Chefredakteur der „Titanic“, ständiger Kolumnist der „Welt“, zweifacher Träger des Henri-Nannen-Preises und Satire-Experte - als ständiges Mitglied der Jury, die über Elch oder nicht Elch bei der gleichnamigen Preisverleihung in Göttingen entscheidet, lässt sich dies wohl mit Fug und Recht behaupten. Zippert präsentiert multimedial, verspricht die veranstaltende Kulturverwaltung, und unter dem Titel „Ich bin gar nicht gut im Bett“ 99 peinliche Bekenntnisse.

Es gibt es noch Karten für die Wattwanderung durch die Zippertschen Fettnäpfchen, von denen er kein einziges auslassen wolle, wie die Veranstalter ankündigen: „Hans Zippert gibt alles zu: Wie er in der Schule scheiterte, warum er im Bett versagt, wobei er viel Geld verloren hat, weshalb er mal an den Guru Maharishi geglaubt hat, wieso er keinen Grießbrei essen kann, warum er SPD gewählt hat, warum er mit seinen Fehlleistungen auch noch dauernd angeben muss und 92 weitere unangenehme Erlebnisse“ - mit Beweisfotos und Statistiken.

Karten in den Geschäftsstellen des Tageblatts

Nachher sollen sich Besucher besser fühlen können, es gebe schließlich einen größeren Versager als sie selbst, versprechen die Veranstalter, die noch Karten zum Preis von 16 beziehungsweise 13 Euro (ermäßigt) anbieten. Tickets gibt es unter anderem in den Geschäftsstellen des Göttinger und Eichsfelder Tageblatts, Weender Straße 44 in Göttingen und Marktstraße 9 in Duderstadt.

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Von Redakteur Nadine Eckermann

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