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Neue Konzertreihe in Gipsabguss-Sammlung der Uni Göttingen

„Saitenwechsel“ im Parthenon-Saal Neue Konzertreihe in Gipsabguss-Sammlung der Uni Göttingen

Skulpturen des antiken Athens umgeben das Publikum im lichtdurchfluteten Parthenon-Saal des Archäologischen Instituts. Hier inmitten der ältesten Universitätssammlung antiker Gipsabgüsse hat der Göttinger Lautenist und Gitarrist Andreas Düker am Sonntag-Nachmittag die neue Konzertreihe „Saitenwechsel“  eröffnet .

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Spielen seit fast 20 Jahren gemeinsam: Britta Hauenschild, Andreas Düker und Anne Sabin (v.l.).

Quelle: Heller

Göttingen. Gewählt hat er den Saal, da es hier neben der besonderen Atmosphäre auch eine exzellente Akustik gibt – ideal für leise Kammermusik.

Mit dem Ensemble „Les Papillons“, ein Trio mit Mitgliedern aus Göttingen und Bad Gandersheim ,  spielt  Düker seit fast  20 Jahren:  Britta Hauenschild an der Traversflöte und Anne Sabin an der Gambe. Unter dem Titel „La Bella Italia“ verführen die drei Instrumentalisten im vollbesetzten Saal in die sonnige Barockmusik Italiens.

Schon bei den ersten Takten  stellt sich heraus  ,  wie geeignet der Saal für diese Musik ist: Der warme Gesamtklang des Trios mit dem Holzklang der Traversflöte, dem weichen Ton der Erzlaute und dem geerdete Timbre der Gambe ist sehr präsent und klar zu hören.

Das Trio hatte mit Arcangelo Corelli, Antonio Vivaldi und Domenico Scarlatti drei der ganz großen Barock-Meister Italiens auf dem Programm. Flötistin Hauenschild spielt die Adagios erhaben, die Allegros fröhlich, die Largos verträumt und die Vivace tänzerisch leicht. Ihr lieblicher Ton auf der Flöte schwebt über Laute und Gambe.

Anne Sabin hat ihren großen Moment im Corellis Sonate D-Dur für Gambe und Generalbass. Das virtuose Werk war ursprünglich für Violine geschrieben. Sabin wird in diesem Duo mit zartem, ja zärtlichem Ton auf der Laute begleitet. Düker selbst glänzt in der auf Laute übertragenen Cembalo-Sonate D-Moll K 90 von Scarlatti. Herrlich, wie die Töne seiner Laute anfangs mit der gezupften Gambe verschmelzen und wie er die anspruchsvollen Läufe im Allegro mit Leben füllt.

Doch das Trio stellt auch selten zu hörende italienische Komponisten vor: Antonio Lotti, Francesco Geminiani und Pietro Locatelli. Zum Schluss greift Düker zur Barockgitarre. Mit Corellis „La Follia“ aus der Sonate D-Moll Op. 5 Nr. 12 stimmt das Trio einen spanisch inspirierten Tanz an und erinnert so daran, wie europaweit vernetzt und informiert die damalige Musikszene schon war.

Mit der Zugabe kam das herzlich klatschende Publikum wieder in der deutschen Realität zurück: Das Trio spielte aus Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ das Largo aus „Der Winter“.

Von Udo Hinz

Das nächste Konzert in der Reihe „Saitenwechsel“  beginnt am Sonntag, 26. April,  um  16.15 Uhr. Andreas Düker spielt Lautensuiten von Johann Sebastian Bach  im  Parthenon-Saal, Archäologisches Institut, Nikolausberger Weg 15, Göttingen.
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