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Wechselnde Sicht auf das Geschehen

Neuer Roman „Der Widerspruch“ von Günther Wechselnde Sicht auf das Geschehen

Vier Teenager im Jahr 1963 hat der Friedländer Schriftsteller Herbert Günther in seinem neuen Roman „Der Widerspruch“ zu Wort kommen lassen. Verschiedene Charaktere, die unterschiedlich mit der Aufbruchstimmung der Zeit und dem noch herrschenden Geist der Nazizeit umgehen.

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Herbert Günther.

Quelle: Michael Magnus

Göttingen. Britta, Jonas, Reni und Robert sind mehr oder weniger Schulfreunde, mehr oder weniger verbandelt. Sie erklären ihre unterschiedlichen Lebenswelten, die in der Schule eine Schnittmenge finden. Schriftsteller Günther hat für seinen Roman mit einer Göttinger Tageblatt-Titelseite vom 27. Juli 1963, dem Tag nach dem Berlin-Besuch von US-Präsident John F. Kennedy, einen auffallenden Umschlag gewählt. Der passt zu seinem Kunstgriff, die Zeit in Erinnerung zu rufen: Viermal stellt er den Kapiteln „Zeitungssplitter“ voran und bringt so die Ereignisse fix auf den Punkt. Die wechselnde Sicht auf das Geschehen, das mit Brittas Widerspruch gegenüber dem Schuldirektor beginnt und mit Parolen am Haus des Bankdirektors fast endet, ist spannend. Leider spielen die Hauptpersonen am Ende keine Rolle mehr. Dann übernimmt der ermittelnde Kommissar. Und der kommt ebenso wie die jungen Leute mit den gesellschaftlichen Zwängen nicht klar.

„Der Widerspruch“ spielt in einer Kleinstadt (Ähnlichkeiten mit Göttingen sind vorhanden, auch wenn hier eine Fußgängerzone erst Jahre später entstand) und handelt vom Geist der frühen sechziger Jahre: Die Nachkriegszeit ist noch spürbar, aber das Wirtschaftswunder tröstet darüber hinweg. Neue politische Überzeugungen und gesellschaftlicher Wandel setzen sich durch. Wie das junge Menschen erfuhren, schildert der 1947 in Göttingen geborene Günther detailliert und einfühlsam. jes

Herbert Günther liest am Donnerstag, 6. April, ab 19 Uhr in der Göttinger Buchhandlung Hugendubel, Weender Straße 33, aus seinem Buch „Der Widerspruch“ (Gerstenberg, 219 Seiten, 16,95 Euro).

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