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Neues Bild vom Universum

„Allein gegen die Schwerkraft“ Neues Bild vom Universum

Im Juli 1913 lässt Thomas de Padova sein Buch beginnen. Es hat das Leben und Denken Albert Einsteins zum Zeitpunkt seiner wichtigsten Entdeckung, der Relativitätstheorie, und in der Zeit des ersten Weltkriegs zum Thema.

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Thomas de Padova jes

Quelle: Brünjes

Göttingen. Beim Göttinger Literaturherbst stellte der Physiker und Schriftsteller Padova am Donnerstag „Allein gegen die Schwerkraft“ vor.

Er kann Wissenschaftsgeschichte unterhaltsam vermitteln. Nach Büchern über Kepler und Galilei sowie Leibniz und Newton stellt Padova nun eine Lebensphase des Physikers Einstein (1879-1955) in den Mittelpunkt seines neuen Buches. Das hat auch mit Göttingen zu tun. Hier war Einstein im Sommer 1915 zu Gast.

Damals sei der Physiker gerne aus Berlin nach Göttingen gekommen, berichtete Padova bei seiner Lesung in der Paulinerkirche. In Göttingen habe Einstein im Hotel Gebhards, wie nun auch der aus Berlin angereiste Padova, logiert und sich verstanden gefühlt.

Denn hier hatten die Mathematiker um David Hilbert (1862-1943) sich bereits mit Einsteins Abhandlung „Die formale Grundlage der allgemeinen Relativitätstheorie“ befasst. Und Hilbert suchte nach der „Weltfunktion“ mit ähnlichen Formeln und Gleichungen wie Einstein. Diesem waren die Göttinger Mathematiker deshalb näher als die Physiker in Berlin.

Einsteins neues Bild vom Universum, das er mit der Relativitätstheorie entwickelte, machte ihn zu einem angesehenen Wissenschaftler. Padova will aber mehr von Einstein vermitteln, der vor dem Ausbruch des ersten Weltkriegs 1914 aus der Schweiz nach Deutschland umzog.

In Berlin, wo er ohne weitere Verpflichtungen forschen wollte, gerät seine Welt ins Wanken: privat erfolgt die Trennung von seiner Ehefrau Mileva, beruflich wird der überzeugte Pazifist Einstein geächtet von Kollegen, die chauvinistische Manifeste unterschreiben, in den Krieg ziehen oder sich an der Entwicklung mörderischer Kriegswaffen beteiligen. Das alles verbindet Padova in seinem montageartig aufgebauten Sachbuch äußerst lesenswert.

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