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„Nicht labern, singen“

Kulturzelt: Heufer-Umlauf mit seiner Band Gloria „Nicht labern, singen“

Klaas Heufer-Umlauf ist zugewachsen. Ein dichter Vollbart ziert sein Kinn, die Haare im Nacken starten eine Außenwelle. „Ich war drei Monate in Haft bei RTL“, erklärt er im Kulturzelt sein Aussehen - ein Scherz. Mit seiner Band Gloria ist er in Kassel aufgetreten. Mit dabei: Mark Tavassol.

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Engagiert und ein bisschen steif: Klaas Heufer-Umlauf (links) mit Mark Tavassol.    

Quelle: PEK

Kassel. Heufer-Umlauf ist ein Tausendsassa. Mit  Joachim „Joko“ Winterscheidt moderiert er, in einer Mutproben-Sendung quälen sich die beiden gegenseitig. Er arbeitet hin und wieder als Schauspieler, produziert Sendungen – und singt. Mit Tavassol, dem Bassisten der nicht mehr existierenden Band „Wir sind Helden“, hat er „Gloria“ gegründet, Heufer-Umlauf singt.

„Hey, wir spielen zum zweiten Mal in einer Stadt, ihn der wir nicht wohnen“, sagt er zu Beginn des Konzerts, „wir werden noch eine richtige Band“. Das Publikum freut sich über das Understatement, vor allem die Konzertbesucher in den ersten beiden Reihen. Die sind mit einer einzigen Ausnahme komplett mit überwiegend sehr jungen Frauen besetzt. Viele singen mit, textfest sind sie alle. Mit Heufer-Umlauf singen sie Lieder, die von Beziehungen handeln, auch zu Berlin, dem derzeitigen Wohnort von Heufer-Umlauf. Hier lebt er mit seinem kleinen Sohn. Engagiert ist er eh. Auf den Einsatz einer Freundin für Organspenden weist er das Publikum hin und präsentiert ein entsprechendes Lied. Und vom kirchlichen Glauben distanziert er sich.

Er habe am Morgen in seinen Kalender geschaut, „nicht labern, singen“, habe dort gestanden, sagt Heufer-Umlauf. Aber er kann es eben auch nicht lassen. Mit einem Schwall von Scherzen betreibt er Peter-Maffay-Bashing („Kommt ’ne Warze zum Arzt …“), beleidigt seinen Drummer und entschuldigt sich wortreich.

Ach ja, gesungen hat er ja auch. Den ganzen Tag sei er wahnsinnig aufgeregt gewesen, erklärt er seinen Fans, denn das Konzert sei das erste seit langer Zeit. Und dann macht er seien Sache wirklich ordentlich. Er trifft Töne, meist sind seine Augen dabei geschlossenen. Er hat natürlich viel Bühnenpräsenz und professionelle Musiker um sich, die ihren Beruf verstehen. Doch eigenwillig wenig Bewegungstalent legen sie alle an den Tag. Selten hat eine rockige Popband derart steif auf der Bühne agiert. Bei Heufer-Umlauf reicht es fürs einhändige Schenkelklopfen während seiner Wanderungen von rechts nach links und wieder zurück. Aber immerhin besitzt er ja große Schlagfertigkeit und sehr viel Selbstbewusstsein.

Das Kulturzelt in Kassel

Das diesjährige Programm im Kulturzelt an der Drahtbrücke in der Fulda­aue in Kassel endet mit einem schon traditionellen Auftritt. Am Sonntag, 21. August, ist dort die Band 17 Hippies aus Deutschland zu Gast. Bereits am Sonnabend, 20. August, tritt der englische Soulsänger Myles Sanko auf. Beide Konzerte beginnen um 19.30 Uhr, für beide gibt es noch Tickets.

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