Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Nikki Forova und Band im Göttinger Apex

Mit großem Pathos Nikki Forova und Band im Göttinger Apex

Sie stammt aus einer Familie von Theaterschauspielern und wurde noch zu Zeiten der Sowjetunion in der heutigen Ukraine geboren. Nach dem Mauerfall zog die Familie in die USA, bevor die Liebe Nikki Forova nach Italien und später in die Schweiz führte, wo sie nun auch lebt. Mit ihrer „Listen, Feel & Wonder Tour 2015“ war sie jetzt zu Gast im Apex.

Voriger Artikel
Göttinger Symphonie Orchester eröffnet Philharmonischen Zyklus I
Nächster Artikel
Kinderchor „Cantus Cordis“ singt in Nikolaikirche in Göttingen

Das Apex in Göttingen.

Quelle: Wiki Göttingen/GT

Göttingen. Größere Bekanntheit erlangte Forova durch ihr MTV Duett mit Vanessa Carlton und der gemeinsamen Interpretation von Carltons Hit „A Thousand Miles“. „White Dandelions“, weißer Löwenzahn, heißt ihr gerade erschienenes Album und dieses Synonym ist Programm. Forovas zu Beginn meist zartes Pianospiel bestimmt bei den meisten Liedern den Klang. Dazu kommt ihre klare Stimme und das kongeniale Violinenspiel von Vasilisa Zakkaroshka.

Komplettiert wird die Band von dem Schweizer Gitarristen Patrick Odermatt und der Bassistin Lisa Scanell. Letztere hat schon Stars wie Mick Hucknall, Donna Summer oder Nelly Furtado begleitet. Odermatt entlockt seiner E-Gitarre immer wieder kleine Soundscapes und feine, kurzgesetzte Soli. Das Ergebnis ihres Zusammenspiels ist eine teils leichte, teils sehr impulsive Mischung aus Singer-Songwriting, Folk und Indiepop mit Hang zu großem Pathos.

Ihre Mutter gab Forova früh erste Klavierstunden und förderte so ihr musikalisches Talent. Ihre mit großer Leidenschaft gesungenen Lieder atmen mit jeder Note all die Gefühle, die sie über ihre Texte zu vermitteln versucht. Diese beinhalten kleine versponnene Philosophien über die Liebe, das Universum, die Anstrengungen im Leben etwas zu erreichen oder all die Träume, die mit der Zeit in einem wachsen.

 „White Dandelions“ steht für das Freisetzen von Wünschen. Mit dem Fortblasen der kleinen Samenpropeller wird sinnbildlich ein Wunsch frei. Forovas Stimme schmeichelt sich förmlich in den Song und erinnert ein wenig an Regina Spektor oder Björk. Mit ihrer intimen, berührenden Musik schafft sie ein ganz eigenes Klanguniversum, das in seiner Melodramatik oft auch an Filmmusik erinnert.

Ihre Stimme schraubt sich dabei wie in „Revving Wings“ in beachtliche Höhen, um dann plötzlich innezuhalten und wieder in sanftere Töne zu fallen. Eindringlich wirkt das in Russisch gesungene „Moscows End“, nur begleitet vom gefühlvollen Violinenspiel Vasilisa Zakkaroshkas. Das lockere „Edge of the rainbow“ stimmt Forova ganz intim am Bühnenrand nur zur Ukulele an. Eine sympathische Künstlerin, voller Energie und Leidenschaft für ihre Musik, die zwar bisweilen mit etwas viel Pathos aufwartet, aber auch für große Bühnen geschaffen ist.

Von Jörg Linnhoff

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Die Milchbar im Nörgelbuff