Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Nur auf den ersten Blick glatt und perfekt

Galerie Ahlers: Ausstellung von Cornelia Trabhardt und Helmut Mair Nur auf den ersten Blick glatt und perfekt

Cornelia Trabhardt und Helmut Mair, die gemeinsam in der Galerie Ahlers ausstellen, verbindet nicht ihre künstlerische Position, sondern der Ort des Schaffens: das Künstlerhaus 6 des psychiatrischen Zentrums Vitos Rheingau. Mair leitet das Atelier. Trabhardt ist Klientin des Zentrums.

Voriger Artikel
Symphonien der Straße
Nächster Artikel
Schönheit im Anderssein

Cornelia Trabhardt und Helmut Mair stellen ihre Werke in der Galerie Ahlers aus.

Quelle: SPF

Göttingen. Ein junger Mann liegt entspannt auf dem Bauch, dreht dem Betrachter den Kopf zu. Er schläft. Als läge er hinter einer Jalousie laufen feinste Streifen über das gesamte Bild, seitlich sieht man irritierende Flecken. Mair, Meisterschüler von Prof. Klaus Vogelgesang , hat sich für seine Bilder-Serie Motive aus Filmen zum Vorbild genommen. Dabei war er auf der Suche nach Streifen mit Bandschädigungen, Doppelbildern, technischen Bildstörungen, die sich nun in den Bildern wiederfinden.

Seine zunächst fotorealistisch anmutenden Werke gewinnen dadurch einen speziellen Reiz. Was beim ersten Blick glatt und perfekt wirkt, zeigt Schwankungen, Flecken, leicht Verzerrtes. Bei manchen gewinnt das vermeintliche Standbild Bewegung. Vier Bilder hat Mair eigens für die Ausstellung in Göttingen gemalt.

Ausstellung

Cornelia Trabhardt & Helmut Mair, Galerie Ahlers, Düstere Straße 21. Bis 11. Juni geöffnet Dienstag bis Freitag 10-13 und 15-18 Uhr, Sonnabend 10-13 Uhr.

 Ornamente sind das Thema von Trabhardt. Seit 2010 malt sie  ihre großformatigen Bilder mit Tropfen oder Tränen, die sie mit „unglaublicher Behaarlichkeit“, so Mair, mit weißem Buntstift auf dunkelblauem Karton aneinanderreiht. In dieser strengen Reihung tauchen Motive wie die Kirchen von Venedig auf. Je nach Stimmung, sagt Trabhardt, wählt sie ihre Ornamente.  Neben den Tränen gibt es Kreuze, Schiffe signalisieren gute Laune.

Trabhardt malt im offenen Atelier des psychiatrischen Zentrums. Seit 1996 leitet Mair das Atelier, vorrangig Klienten des Zentrums sind seine Schüler. Rund 25 Frauen und Männer, so Mair, haben es in dieser Zeit geschafft „für sich ein künstlerisches Oeuvre zu entwickeln“. Trabhardt ist eine der erfolgreichsten unter ihnen. Zahlreiche Einzelausstellungen hatte sie bereits und bekam zwei Auszeichnungen beim Bundeskunstpreis für Menschen mit einer Behinderung.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Die Milchbar im Nörgelbuff