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Ofri Ivzori Quartet im Bistro Löwenstein in Göttingen

Musikalische Weltsprache Ofri Ivzori Quartet im Bistro Löwenstein in Göttingen

Jazz ist eine musikalische Weltsprache – aber mit vielen Dialekten. Diese entstehen, wenn Musiker die folkloristische Tradition ihres Geburtslandes mit einbringen. So auch beim Jazz-Bassisten Ofri Ivzori: Seine lyrische Musik und die Improvisationen seiner Band sind durchdrungen von Melodien aus seiner Heimat Galiläa im Norden Israels.

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Zupft den Bass weich: Bandleader Ofri Ivzori.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Jetzt spielte die Formation im Bistro Löwenstein auf Einladung des Jüdischen Lehrhauses Göttingen und der Jüdischen Kultusgemeinde.

Es wird ein lyrischer Abend. Das deuten schon die ersten Töne dieses Abends an. Das eingespielte Quartet um den Bassisten liebt luftig-leichte und balladeske Stimmungen. Die jungen Musiker spielen wohlklingende Melodien, die aus dem Herzen kommen und beim Hörer das Herz berühren.

Ob Eigenkompositionen oder traditionelle Lieder: Der interessant arrangierten Musik und den Improvisationen hört man stets die israelischen Wurzeln an. Gerade der Violinist Roland Satterwhite changiert zwischen Jazz, klassischem Duktus und folkloristischem Spiel. Er färbt die Stücke gerne elegisch.

Jazz ist eine musikalische Weltsprache

Dabei hört man, das er beeinflusst ist durch den innovativen Violinisten Jean-Luc Ponty und dem Swing-Geiger Stéphane Grappelli. Pianist Eike Wulfmeier begleitet und improvisiert poetisch und formbewusst. Schlagzeuger Tom Dayan liebt Details und schafft mit minimalistischem Spiel große Klangräume.

Und der Bandleader? Ofri Ivzori hält die Musik am weich gezupften Bass zusammen und gibt ihr die typische Jazzspannung – irgendwo zwischen Swing und Groove. Seine gefühlvollen Soli verziert er mit Tonfärbungen auf dem Griffbrett. Er lenkt das Konzert an diesem Abend aus der Elegie hin zu heiteren Stücken. Als er zum Schluss einen Titel anstimmt, das übersetzt „Es gibt nichts Größeres als Gott“ heißt, wird dies zu einer fröhliche Feier seines Glaubens.

Das Publikum erklatscht sich eine Zugabe dieser zarten israelischen Weltmusik. Dass die Band in der Metropole Berlin zusammenfand und Musiker aus Israel, Kanada und Deutschland vereint, bestätigt nur: Jazz ist eine musikalische Weltsprache.

Von Udo Hinz

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