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Open-Air-Konzert auf dem Göttinger Marktplatz

Göttinger Symphonie-Orchester Open-Air-Konzert auf dem Göttinger Marktplatz

Der Orient war das Thema beim Auftritt des Göttinger Symphonie-Orchesters (GSO) in der Nacht der Kultur. Musik von Mozart, Ketèlby, Abdel-Rahim, Borodin, Weber, Heuberger und Johann Strauß hatte GSO-Chef Christoph-Mathias Mueller zusammengestellt, der informativ und fröhlich durch den Abend führte.

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Das Göttinger Symphonieorchester auf dem Marktplatz.

Quelle: Heller

Göttingen. Open-Air-Konzerte haben üblicherweise leicht verdauliche Programme. Sie sollen Stimmung machen, am besten etwas zum Mitschunkeln, wenigstens zum Mitklatschen liefern. Also wunschkonzertkompatibel. Nein, so bequem macht es Mueller weder seinem Orchester noch seinen Hörern: Er schmuggelte mindestens zwei überhaupt nicht populäre, dafür besonders spannende Stücke unter das gängige Repertoire, glich das aus mit einer kleinen Prise Kitsch (den er auch als solchen benannte) – und gab nur ganz am Schluss dem Affen Zucker.

Das minder Populäre war zum einen Mozarts geniale Musik zu „Thamos, König in Ägypten“. Zum anderen stellte Mueller Introduktion und Rondo „Baladi“ von Gamal Abdel-Rahim vor, ein Werk eines ägyptischen Komponisten, der in Deutschland studiert hat und Ägyptisches mit dem Handwerkszeug der westlichen Musik verarbeitet, was eine bemerkenswert eigenwillige Mischung ergibt. Mueller: „Ich hoffe, der Schock war nicht zu groß nach Mozart!“

Orient auf musikalisch? Ganz einfach: Im Schlagzeug treten Becken und Triangel hervor, vielleicht noch ein bisschen Tamburin, große Trommel, flotte Tempi: Diesem Rezept sind sie alle gefolgt. Von Mozart angefangen, der in der Ouvertüre zur „Entführung“ das gesamte Arsenal der Janitscharen (türkische Militärmusiker) verwendet, über Carl Maria von Weber in seiner „Abu Hassan“-Ouvertüre und Heubergs Suite „Im Morgenland“ bis zu – in Maßen – Albert W. Ketèlbey in seiner kitschig-saftigen Suite „In the Mystic Land of Egypt“.

Mitreißend das Stück vor der Pause, die „Polowetzer Tänze“ von Alexander Borodin, die die GSO-Instrumentalisten mit ansteckender Spielfreude präsentierten. Wunderbar schwungvoll die Johann-Strauß-Stücke „Persischer Marsch“ und der elegante Walzer „Tausendundeine Nacht“.

Dass nicht alle Sitzplätze verkauft waren, bedeutet übrigens nicht, dass das GSO unter mangelndem Publikumszuspruch leidet. Denn jenseits der Bezahlschranke standen die Zaungäste dichtgedrängt in mehreren Reihen am Rande des Spielfelds – und blieben dort bis zum Schluss, stimmten auch in den tosenden Beifall und die Bravorufe mit ein. Drei Zugaben: die Strauß-Schnellpolka „Die Bajadere“, Ketèlbeys Bestseller „Auf einem persischen Markt“ und – zum Mitklatschen – der Radetzkymarsch von Strauß.

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