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Opernfassung für Familien

Internationale Händel-Festspiele Göttingen Opernfassung für Familien

Meeresrauschen aus dem Publikum, Kerzenschein, eifersüchtige Männer und viel Musik: All dies hatte die Familienfassung von „Imeneo“ am Montag im Deutschen Theater zu bieten. Moderator Juri Tetzlaff sang zwar nicht, war aber trotzdem der Star der Familienfassung der diesjährigen Festspiel – Oper.

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Star des Abends: der Kika-Moderator Juri Tetzlaff.          

Quelle: Pförtner

Göttingen. Viele Kinder ab dem Kindergartenalter sehen Tetzlaff fast täglich in seinem „Baumhaus“ auf dem TV-Kanal Kika und lauschten gebannt der Reise in die Welt der Oper. Kurzweilig und mit Witz erzählt der Moderator die Handlung von „Imeneo“, in der sich Rosmene zwischen zwei Männern entscheiden muss: Der eine hat sie vor den Piraten gerettet, und sie ist ihm dankbar, den anderen liebt sie. Wie wird Rosmene sich entscheiden – während sich Imeneo und Tirinto wie eifersüchtige Gockel gebärden?

Alle Solisten der Oper waren in ihren Originalkostümen dabei und stellten sich mit Arien vor.  Das Festspiel-Orchester und sein musikalischer Leiter Laurence Cummings durften da nicht fehlen. Spannend war der Blick für Kinder in den ersten Reihen, für die nicht nur ein so nah agierendes Orchester eine Entdeckung war, sondern auch die geöffnete Pralinenschachtel neben dem Kontrabassisten. Leider wurden die besonderen barocken Instrumente  nicht weiter thematisiert.

Kinder sind ein anspruchsvolles Publikum, und auch der Anblick eines Fernsehidols trägt die Aufmerksamkeit nicht über 75 Minuten hinweg. Dass das junge Publikum bei der Sache blieb, war einer gekonnten Melange zwischen Kunst und pädagogischem Gespür zu verdanken. Tetzlaff kam in den Zuschauerraum, stellte Fragen, informierte über die barocke Gestik und die Optik der Bühne und animierte zum Mitmachen. Es gelang ihm, die leicht angestaubte Handlung als eine „Hammer-Geschichte“ zu verkaufen. Er erklärte, ohne belehrend zu wirken, und die Oper wurde kindgerecht musikalisch und erzählerisch präsentiert, ohne ihre ästhetische Qualität zu mindern.

Gegen Ende gesellte sich noch Regisseurin Sigrid T’Hooft in der Rolle des Geistes Radamante dazu und beantwortet Fragen zu ihrer Inszenierung. Zum Beispiel, warum Rosmene sich am Ende nicht für den entscheidet, den sie liebt. Das sei früher so gewesen, erklärte T’Hooft. „Privat macht Rosmene dann vielleicht doch, was sie will“, fügte sie augenzwinkernd hinzu. Diese Aussage ging dann wohl eher in Richtung Eltern.

Von Marie Varela

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