Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 7 ° Regenschauer

Navigation:
Oratorium "Die Geburt Christi"

Milde und Sanftheit Oratorium "Die Geburt Christi"

Weihnachtsoratorium? Musikkenner haben da gleich das festliche „Jauchzet, frohlocket“ von Bach im Ohr. Ein ganz anderes Weihnachtsoratorium hat Kantor Arwed Henking am Sonntag in der Albanikirche präsentiert: „Die Geburt Christi“ von Heinrich von Herzogenberg.

Voriger Artikel
Premiere am Deutschen Theater: „Die Magd Zerline“
Nächster Artikel
Flooot im Exil

Kantor Arwed Henking hat am Sonntag in der Albanikirche „Die Geburt Christi“ von Heinrich von Herzogenberg präsentiert.

Quelle: Heller

Göttingen. Der Komponist (1843 bis 1900) ist Romantiker aus dem Kreis um Johannes Brahms. Er wollte ein Werk mit volkstümlicheren Texten als den schwer verständlichen Barockdichtungen in Bachs Oratorium schaffen, dazu hat er auch die Zuhörergemeinde in die Aufführung einbezogen, die bei vier Chorälen mitsingen soll.

In der Tat ist „Die Geburt Christi“ ein ganz anderes Stück Musik als das Bach-Oratorium. Strahlender Trompetenglanz oder virtuose Kehlfertigkeit sind hier nicht gefragt. Es geht um Andacht, um Besinnung, Beschaulichkeit, fromme Anbetung, Milde und Sanftheit.

Darauf hat Henking in seiner Aufführung mit der Kantorei St. Albani, dem Göttinger Knabenchor und dem begleitenden Collegium coll’arco sorgfältig geachtet. Die Choristen waren mit viel Eifer bei der Sache. Die Sänger der Albani-Kantorei könnten noch etwas mehr Frische und Beherztheit brauchen und sich dabei an dem Mut orientieren, mit dem die von Michael Krause gründlich vorbereiteten Knabenchoristen ihren Part bewältigten.

In diesem Oratorium gibt es sechs Solisten: Die Männerstimmen sind doppelt besetzt, weil Herzogenberg an vielen Stellen Quartette mit zwei Tenören und zwei Bässen verlangt. Den Tenor bildeten der höhenfreudige, nur in Spitzentönen hier und da etwas angestrengte Sven Olaf Gerdes und Claus Canstein. Gerdes brachte darüber hinaus viel schöne Gestaltungsideen für seine Evangelistenpartie mit. Für das Fundament waren die Bassisten José Lopez de Vergara (der an etlichen Stellen mit schönen runden, weichen Klängen hervorleuchtete) und Eckhard Thiel zuständig.

In der hauptsächlich der Rolle der Maria zugedachten Sopranpartie beeindruckte Johanna Neß mit ihren klar geführten, schlackenlosen Tönen. Mit warmen, runden Klängen war Gritt Revermann (Alt) für Gabriel und besonders oft für den Engel der Verkündigung zuständig.

Das durchsichtig besetzte Collegium coll’arcio wurde der bisweilen eigenwillig herben Harmonik Herzogenbergs mit Anstand gerecht. Oboist Matthias Weiß vom Göttinger Symphonie-Orchester war mit seinen wunderschönen Soli sozusagen Hirte vom Dienst, Monika Henking am Harmonium begleitete die zahlreichen Rezitative zuverlässig und mit schönem Ausdruck. Souverän sorgte Ilsabé Fulda an der Orgel für das kraftvolle Fundament der Tutti-Choräle und das prächtige Nachspiel, nach dem die Zuhörer ihren lautstarkem Schlussbeifall spendeten.

Von Michael Schäfer

Die Kantorei St. Albani unter Arwed Henking gestaltet am Sonntag, 24. April, um 10 Uhr einen Kantatengottesdienst mit Werken von Bach.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Die Milchbar im Nörgelbuff