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Blues und Boogie auf 176 Tasten

Osterkonzert mit Gottfried Böttger und Joe Pentzlin Blues und Boogie auf 176 Tasten

Für ein musikalisches Osterfeuer haben Gottfried Böttger (67) und Joe Pentzlin (80) am Ostersonntag in der Osthalle des Göttinger Klinikums gesorgt. Fingerfertig spielten sie für 450 Zuhörer, neben Patienten auch Besucher von auswärts, auf zwei Flügeln Blues, Boogie und Swing – zum 19. Mal im Folge.

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Das Osterkonzert im Klinikum mit Gottfried Böttger und Joe Pentzlin

Quelle: CR

Göttingen. Für ein musikalisches Osterfeuer haben Gottfried Böttger (67) und Joe Pentzlin (80) am Ostersonntag in der Osthalle des Göttinger Klinikums gesorgt. Fingerfertig spielten sie für 450 Zuhörer, neben Patienten auch Besucher von auswärts, auf zwei Flügeln Blues, Boogie und Swing – zum 19. Mal im Folge.

Sie sind in die Jahre gekommen. Das Haar ist weiß, der Gang bereits etwas unsicher, „aber das Feuer, das in uns brennt, wird immer stärker“, erklärte Böttger unter kräftigem Applaus der vielen älteren Zuhörer. Dann schob der Pianist nach: „In zehn Jahren müssen sie Feuerlöscher neben die Klaviere stellen.“ Das Publikum johlte.

Rasend schnell, treffsicher und voller Gefühl ist der Anschlag der beiden Musiker, die seit 40 Jahren gemeinsam auftreten. Mit ausdrucksstarker Mimik lenkt Böttger das Zusammenspiel. Mit dem swingenden Limehouse Blues, den auch Django Reinhardt einst gespielt hat, starteten sie. Traurig wurde es mit Böttgers Solo-Nummer, dem How Long Blues. Jimmy Yancey hat das Stück erstmals eingespielt.

Schnell und beschwingt kam Some of These Days daher, der Erkennungsmelodie von Sängerin Sophie Tucker. Am Stil des New Orleans Piano orientiert sind Play Blues und Play Boogie, die Pentzlin komponiert hat. Zu hören gab es Joe Sullivans Little Rock Getaway. Nach der Straße mit den Kaschemmen, in denen Anfang des 20. Jahrhunders der Jazz entstand, ist der Basin Street Blues benannt.

Aus der Hochzeit des Swing, den 1930er-Jahren, stammt die Schieber-Nummer Cheek to cheek. Vor 30 Jahren haben Böttger und Pentzlin im legendären Göttinger Club Blue Note am Wilhelmsplatz das Stück Du bist mein ganzer Blues komponiert. Jedes Wochenende griffen die beiden damals dort bis tief in die Nacht in die 176 Tasten zweier ungestimmter Klaviere. Ineinander verschobene Takte gab es beim Swingstück Seven come eleven zu hören. Rasend schnell spielten sie das eigentlich gesetzte Ragtime-Stück Sweet Georgia Brown.

Zusammen komponiert haben sie den Blues-Boogie Das trifft sich gut, bei dem sie mehrmals aufstehen und die Flügel wechseln, einen Gag, den sie seit Jahren machen. Gegen Ende des einstündigen Konzerts gab es das schwierigste Stück, einen Boogie, bei dem abwechselnd einer der beiden Musiker ein paar Takte weglässt, während der andere weiterspielt. „Da müssen wir extrem zählen, damit sie am Ende wieder zusammenkommen“, erklärte Böttger. Durch den Kakao zogen sie zum Abschluss seinen Hit, das Ragtime-Stück „Der Entertainer“.

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