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Paisley und Jake Moritz & Band in der Musa

Saunafeeling Paisley und Jake Moritz & Band in der Musa

Eine viertel Stunde vor Beginn des Konzertes ein leerer Musa-Saal, ein Alptraum für die Musiker und den Veranstalter. Das Café Kabale feiert sein jährliches Sommerfest und bindet dort traditionell Massen an Besuchern.

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Den 60er- und 70er-Jahren verbunden: Jake Moritz (links)

Quelle: Heller

Göttingen. Etwas später als geplant geht’s dann los und wie. Paisley aus Dresden sind als Vorband gebucht. Das Quartett um den charismatischen Sänger und Gitarrist Liam Floyd spielt knallhart schmutzigen Indie-Rock im Dunstfeld von 60er-Jahre Psychedelic Rock, Britpop, englischen Punk und Grunge. Die markante Stimme von Floyd und das abwechslungsreiche Zusammenspiel der beiden E-Gitarren werden getragen vom harten Rhythmusfundament von Bass und Schlagzeug. Ein überzeugender Auftritt vor nur ungefähr 30 Besuchern. Diejenigen, die erst später zu Jake Moritz kommen, haben das Glanzlicht des Abends schon verpasst.

Auf den Plakaten war er großformatig in Freddy Mercury-Pose zu sehen. Der Göttinger Sänger, Multiinstrumentalist und Songwriter Jake Moritz ist in seinem musikalischen Schaffen eindeutig an den 60iger- und 70iger-Jahren orientiert. Im vergangenen Jahr noch im Trio unterwegs, tritt er nun mit kompletter Band auf: Alexander Hoffmeister, Gesang und Gitarre, Keyboarder Christian Giersig, Tim Kamman am E-Bass, Oli Hufschmidt am Schlagzeug und den Backgroundsängerinnen Sandra Kawka und Helen Landzettel. „I wrote a letter to myself“ ist der richtige Aufmacher, um Moritz’ leicht kratzige Stimme gleich in allen Facetten zu präsentieren.

Die Band rockt sich warm, spielt im Laufe des Auftritts professionell ohne große solistische Akzente zu setzen. „Wanted dead or Alive“ von Bon Jovi trägt Moritz nur zur akustischen Gitarre von Hoffmeister vor, der auch die zweite Stimme beisteuert. Es gibt viel Nachgespieltes wie „Wish you were here“ von Pink Floyd oder „All along the watchtower“ von Bob Dylan. Solide gespielt, will der Funke jedoch nicht so richtig überspringen. Es bleibt der Eindruck, eine gute Coverband zu hören. Etwas wenig, um einen eigenen Weg und Stil zu finden, zumal die Originale meist unerreicht bleiben.

Ein Höhepunkt des Auftritts ist dann noch die erste Zugabe, ein Geschenk an die Backgroundsängerinnen. Mit beeindruckendem Stimmpotenzial singen sie „Dear Mr. President“ von Pink im Duett, akustisch begleitet von Hoffmeister und Moritz’ Stimme. Vergleicht man den Abend mit einem Saunagang, so waren Paisley eindeutig der heißere Aufguss.

Von Jörg Linnhoff

 

 

BU: Den 60er- und 70er-Jahren verbunden: Jake Moritz (links).            Heller

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