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Papa will nicht Vater werden

Famile, Schein und Sein Papa will nicht Vater werden

Selbstverliebt und sicher geht Heinrich durchs Leben. Alles läuft bestens. Der einst nicht geliebte Sohn ist ein liebevoller Vater. Seiner Tochter Agnes fehlt es an nichts. Papa ist Zahnarzt und zufrieden mit seiner perfekten Hochglanzwelt – bis er wieder Papa wird.

Einen bissig, ironischen Roman hat Gabriele Kögl mit „Vorstadthimmel“ geschrieben. Die Österreicherin, 1960 in Graz geboren, garniert ihre Sicht auf einen Selfmademan aus Wiens bester Wohngegend sehr erfrischend mit Details aus dem Leben der höchsten Mittelschicht (Villa, Lamborghini Diabolo und Designer-Mode). Und knallhart analysiert sie die Charaktere, indem sie deren Gedanken und Selbstdarstellung beschreibt.

Das kommt nett daher mit österreichischem Charme und ist doch ein Sittenbild, das wohl keinen absonderlichen Einzelfall darstellt. Und so bereiten die Handlung und Kögls Stil über Egozentrik zu schreiben viel Vergnügen.

So ist denn Heinrich aufs Beste für sich und seine Familie bedacht. Als seine anspruchslose Geliebte schwanger wird, gerät seine heile Welt ins Wanken. Heinrich arbeitet mit allen Mitteln, um sein geliebtes Kind nicht zu verstören, setzt er alles daran, dass sein ungeborenes Kind das Licht der Welt nicht erblickt. Denn Heinrich hat für alles eine Rechtfertigung. Diesmal lautet sie „ein Kind ist eine Willenserklärung zwischen Mann und Frau. Ein Kind bekommt man nicht einfach, weil man mit irgendeiner Frau im Bett war.“
Gabriele Kögl liest aus „Vorstadthimmel“ am Dienstag, 22. März, um 20.30 Uhr in der Göttinger Buchhandlung Thalia, Weender Straße 36.

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