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Persönliche Schicksale und ein Stück Medizingeschichte

Literaturherbst Persönliche Schicksale und ein Stück Medizingeschichte

Ein Arzt erlebt im Lauf seines Berufslebens unzählige Krankengeschichten. Dass einige der dabei entstehenden menschlichen Beziehungen tiefen und bleibenden Eindruck hinterlassen, spürt man, wenn man Prof. Thomas Meinertz erzählen und aus seinem Buch „Herzangelegenheiten. Fallgeschichten auf Leben und Tod“ vorlesen hört.

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Thomas Meinertz.

Quelle: EF

Beim Literaturherbst stellte er am Montagabend in der Paulinerkirche Ausschnitte daraus vor und berichtete im Gespräch mit Stephan Lohr (NDR Kultur) Interessantes zu den Hintergründen.

19 Fallgeschichten hat der Kardiologe Meinertz in seinem Buch zusammengestellt. Sie ergeben ein ebenso sachliches wie feinfühlendes Bild von Patienten und ihren Ärzten, von der Krankheit, die sie verbindet, ebenso wie von der menschlichen Beziehung, die im Lauf der Behandlung entsteht. Über die Jahrzehnte seiner ärztlichen Tätigkeit in Mainz, Freiburg und Hamburg haben sich bei Meinertz Geschichten angesammelt, die nicht nur persönliche Schicksale darstellen, sondern auch ein Stück Medizingeschichte abbilden; finden sich doch häufig Kommentare wie „mit der heutigen Technik / mit den heutigen Therapien hätten wir den Patienten retten können“.

Meinertz plädierte in Text und Wort leidenschaftlich für einen ganzheitlichen Ansatz bei einer Behandlung, die nicht nur den Körper der Patienten im Blick habe. Ärzte müssten hier Vorbilder für ihre Teams und das Pflegepersonal sein, so der Kardiologe, der sich auch im Vorstand der Deutschen Herzstiftung engagiert. Meinertz weiß aus eigener Erfahrung, was in Patienten mit Herzleiden vorgeht. In einer seiner Fallgeschichten ist er selbst der Patient, denn er litt jahrelang unter Herzrhythmusstörungen. Geschichten wie diese machen sein Buch und sein Auftreten so überzeugend. Leser und Zuhörer spüren: Dieser Mensch kennt beide Seiten und weiß, wovon er redet.

Von Isabel Trzeciok

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Literaturherbst

Was hat er nochmal angehabt? Irgendwas Unscheinbares jedenfalls. Nach der Lesung von Sten Nadolny am Sonntag im Rahmen des Göttinger Literaturherbstes auf der großen Bühne des Deutschen Theaters spielte die Dienstkleidung des Bestsellerautors („Die Entdeckung der Langsamkeit“) absolut keine Rolle. Nadolny hatte aus seinem jüngstes Buch „Weitlings Sommerfrische“ gelesen und das Publikum ihn mit Beifall überschüttet.

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