Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -6 ° heiter

Navigation:
Petri-Chor singt Mendelssohns „Lobgesang“

Konzert in Nikolaikirche Petri-Chor singt Mendelssohns „Lobgesang“

„Lobgesang“ hat Felix Mendelssohn Bartholdy seine zweite Symphonie genannt, eine Symphonie mit Chor nach dem Vorbild der Neunten von Beethoven. Sie war am Wochenende in zwei Konzerten mit dem Petri-Chor Weende in Göttingen zu hören. Premiere war am Sonnabend in der gut besuchten Nikolaikirche.

Voriger Artikel
Zweite KlubKultura in neun verschiedenen Clubs
Nächster Artikel
Lutz von Rosenberg Lipinsky im Apex

„Lobgesang“ hat Felix Mendelssohn Bartholdy seine zweite Symphonie genannt: Sie war am Wochenende in zwei Konzerten mit dem Petri-Chor Weende in Göttingen zu hören. Premiere war am Sonnabend in der gut besuchten Nikolaikirche.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Die Symphonie besteht aus drei rein instrumentalen Sätzen und einem ausgedehnten Finale mit Solisten und Chor. „Alles, was Odem hat, lobe den Herrn“ singt der Chor am Beginn und am Ende des Finales, ein Text, der aus dem 150. Psalm stammt. Diese in tiefem christlichem Glauben verwurzelte Aussage hat Mendelssohn mit Emphase musikalisch umgesetzt – eine Aussage, die Dirigent Antonius Adamske mit großer Eindringlichkeit interpretierte.

Feinheiten der Partitur nicht überall umgesetzt

Das war eindrucksvoll, keine Frage – mit lautstark schmetternden Posaunen, sattem Streicherklang und schönen Holzbläserfarben des Göttinger Symphonie-Orchesters (GSO), dazu mit einem stimmkräftigen, begeistert singenden Chor. Doch vermisste man in diesem dauerhaften Forte- bis Fortissimo-Jubel, der durch die Kirchenakustik noch befördert wurde, dynamische Kontraste. So schreibt Mendelssohn beispielsweise in der Einleitung des Eingangschores nur den Posaunen ein Forte vor, während die Streicher im Pianissimo beginnen – solche Feinheiten der Partitur waren nicht überall umgesetzt. Und hier und da hätte man sich von dem sehr engagierten Petri-Chor einen durchsichtigeren und konturenschärferen Stimmklang gewünscht.

Kraftvoller Mezzosopran

Immerhin aber boten die Rezitative und Arien der drei Solisten andere Farben. Da gab es die strahlenden Höhen der kurzfristig eingesprungenen jungen Sopranistin Kerstin Dietl, die über ein bemerkenswertes Stimmpotenzial verfügt, den dunkel getönten, kraftvollen Mezzosopran von Anna Bineta Diouf und den höhenfreudigen, schlanken, hellen Tenor von Florian Lohmann.

Eingeleitet wurde das Konzert mit Mendelssohns Choralkantate „Wir glauben all’ an einen Gott“. Auch diese Kantate ist in dem kraftvollen, glaubensstarken Ton gehalten, der den ganzen Abend bestimmte und so ein Gefühl von leichtem Überdruck hinterließ. Was die Begeisterung der Zuhörer nicht trüben konnte, die die Mitwirkendem mit prasselndem Beifall und lauten Bravo-Rufen belohnten. Übrigens hat das GSO weit mehr geliefert als eine „musikalische Begleitung“, wie es im Programmheft formuliert war. Sänger und Instrumentalisten sind in dieser Symphonie mindestens gleichberechtigt.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Die Milchbar im Nörgelbuff