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Petula mit Loop-Musik im Nörgelbuff

Selbst-Kopie Petula mit Loop-Musik im Nörgelbuff

Sebastian Cleemann spricht von Petula als Band. Augenscheinlich eine Ein-Mann-Band, doch klanglich hört man mehr. Vielstimmig und vielgeräuschig ist der Petula-Sound, den Cleemann mithilfe mehrerer Loops erzeugt. Am Freitagabend hat er im Göttinger Nörgelbuff eine Kostprobe seiner Musik gegeben.

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Göttingen. Petula spinnt einen Klangteppich und wickelt seine Zuhörer darin ein. Melancholisch und verträumt klingen seine Lieder, die er mit weich-samtiger Stimme ins Mikrofon haucht. Er singt darüber, aus der Liebe herauszufallen und in die Liebe hineinzufallen: „It’s love. We can’t deny it.“ Anregungen für seine Lieder findet er überall, auch im Internet. „The light inside is broken, but I still work“ heißt ein Lied, zu dem ihn ein Foto eines Süßigkeitenautomaten inspirierte, der ebenjene Aufschrift trug.

Der Zuhörer wird zum Voyeur

Cleemann ist groß, aber trotzdem stellt er sich auf die Zehenspitzen beim Singen. Mit geschlossenen Augen steht er auf der Bühne, wiegt und dreht sich wie in Trance. Man hat manchmal das Gefühl, etwas sehr Privatem zuzugucken. Der Zuhörer wird zum Voyeur.

Seine Musik ist ein Zusammenspiel von Konzentration, Koordination und Organisation. Zwei Mikrofone und zwei Loops füttert er am Anfang eines jeden Stücks mit Geräuschen, Klängen, Beats, Gitarrenspiel und Gesang. Mit Füßen und Händen bedient er Tasten, spielt die eingespeicherten Musikfetzen in Endlosschleife ab und singt gleichzeitig. Die Kunst besteht darin, aus dieser Kontrolle Leichtigkeit entspringen zu lassen.

Musik dreht sich im Kreis

Petula vervielfältigt seine Stimme, kopiert sein Gitarrenspiel und projiziert sich in die Zukunft. Die Musik dreht sich im Kreis, Petula setzt die Akzente.

Von Jorid Engler

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