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Phantasievolle Welt auf dem Bauernhof

„Pettersson und Findus“ am Deutschen Theater Phantasievolle Welt auf dem Bauernhof

Ein schwedischer Bauernhof hat die überwiegend jungen Gäste am Sonntagnachmittag im Studio des Deutschen Theaters (DT) Göttingen zur Premiere erwartet. 

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Lebhafte Wirkung: Findus (Kathrin Müller-Grüß, li.), Gockel (Norman Grüß, M.) und Pettersson (Nikolaus Kühn).

Quelle: Winarsch

Dort zu sehen: gackernde Hühner, ein Acker, Blumen, natürlich ein Plumpsklo, ein alter Mann sowie ein gestreifter Kater mit grüner Hose und lustigem Hut. Dass das quirlige Fellknäuel sich stets angeregt mit seinem Besitzer unterhält, ist nur eines von vielen wunderlichen Dingen, die bei „Pettersson und Findus“ geschehen.

In Sven Nordqvists beliebter Kinderbuchreihe spielt eigentlich der zerstreute, aber herzensgute Einzelgänger Pettersson die Hauptrolle. Schnurrhaarträger Findus schafft es aber immer wieder, mit seinen Flausen Schwung in die gemächliche Gangart des alten Herrn zu bringen und nebenbei alle Sympathien auf sich zu vereinigen. Kathrin Müller-Grüß in der Rolle des Katers gelingt es in der Theater-Adaption des Jungen Schauspiels ausgezeichnet, den kindlich-wilden Charakter des Tiers zu verkörpern und das junge Publikum für die leicht chaotische, dafür aber umso phantasievollere Welt auf dem Bauernhof zu begeistern. Wenn sie schuldbewusst am Tischbein kratzt, fröhlich herumtollend mit alten Wollsocken spielt oder sich völlig entrückt von Pettersson den Rücken kratzen lässt, ist sie ganz Kater.

Für Nikolaus Kühn sind die rund 50 Minuten Spielzeit nicht ganz so anstrengend, darf er sich doch altersgerecht überwiegend schleichend über die Bühne bewegen. Kühn belebt Nordqvists Phantasiefigur Pettersson originalgetreu und erfreut mit herzlicher Kauzigkeit. Die Figuren verdanken ihre lebhafte Wirkung zum großen Teil auch der  Ausstattung von Thomas Rump, der die Schauspieler dankbarerweise nicht verkleidet hat, sondern ihnen besonders auch als animalische Naturen Luft zum Atmen lässt.

Drollige Hühnerpuppen

Herrlich locker hat Regisseur Thomas Esser das Zusammenspiel der Akteure arrangiert und gibt somit auch den Kindern die Möglichkeit, Theater zu verstehen. Den drolligen Hühnerpuppen Diana, Henni und Prillan wird ganz unkompliziert von demjenigen Leben eingehaucht, der eben gerade zu ihnen in den „Stall“ springt.

Etwas steif ist einzig zu Beginn der Auftritt des Erzählers (Norman Grüß) angelegt, der winkend mit Koffer und Mantel auf die Bühne spaziert. Grüß aber brilliert in seiner Dreifachrolle, in der er neben den Hühnerstimmen und Soundeffekten auch noch den singenden Hahn Caruso gibt, der sich als eitler Gockel am liebsten wie sein Namensvetter epische Melodien schmettern hört: „Bok bok bo–booooook“. Findus gefällt das gar nicht. Und überhaupt singt Caruso viel zu laut, findet er. Der Hahn muss also weg. Am besten in den Suppentopf. Der Kater hat einen Plan. Dieser allerdings endet ein wenig anders als geplant. Ein charmantes Stück rund um die Figuren des Helsingborger Kultautors Norqvist, nicht nur für kleine Theaterfreunde ein Genuss.

Die nächsten Vorstellungen: 7., 25., 27. Oktober sowie am 18. November um 16 Uhr im Studio des Deutschen Theaters, Theaterplatz 11. Kartentelefon: 05 51 / 49 69 11.

Von Anna Kleimann

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