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Phillip Boa and the Voodooclub in der Musa Göttingen

Die Frisur? – Sitzt! Phillip Boa and the Voodooclub in der Musa Göttingen

Durch und durch seinem Stil treu geblieben ist Phillip Boa nicht nur mit seiner Frisur, sondern auch mit seinem Musikgeschmack. Mit einem vielfältigen Programm aus Liedern der ersten Stunde und Stücken vom neuen Album „Bleach House“ war er mit seinem Voodooclub am Donnerstagabend in der Musa zu Gast.

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Ein Indie-Star seit Jahren: Phillip Boa mit seinem Voodooclub.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Philipp Boa und Band lassen ihr Publikum warten. Eine halbe Stunde später als angekündigt betritt die Band die Bühne. Dennoch steht kaum ein Konzertbesucher still, als die Musiker mit „Kill The Future“ den Konzertabend eröffnen.

Rockig-wild klingt gleich das erste Stück, wild setzt sich der Abend fort. Schlicht hingegen begrüßt Boa sein Publikum: „Hi“, sagt er, und bringt mit diesem einen Wort seine Philosophie zum Ausdruck. Boa braucht keine großen Reden, um seine Fans hinter sich zu haben.

Auch ein aufwändiges Bühnenbild ist unnötig. Security und eine große Halle? – Boa bevorzugt eine flache Bühne nahezu auf Augenhöhe mit seinen Fans. Er tritt gegen Starkult ein, kritisiert die Kommerzialisierung der Musik und das Mit-der-Masse-gehen. Boa verkörpert Indie: Er geht nicht mit den Trends.

Der Dortmunder setzt auf eingespielte elektronische Klänge, Percussion und Elektrogitarren. Rhythmisch sind alle Stücke, melodisch die Refrains. Seine Musik vereint Indie, Rock, Pop und Punk. Mal kehlig, mal rauchig singt er seine Lieder. Dabei wird er unterstützt von Sängerin Pris, die neu in der Band ist. Ihre klare Stimme kommt hinter den lauten Elektrogitarren teilweise recht wenig zur Geltung, doch nach ihrem Solo in „Bleach House“ erntet sie lauten Applaus.

Der Mann, der in den 90er Jahren so viel Erfolg hatte, spielt an diesem Abend vor einer eingeschworenen Fangemeinschaft. Boas Auftritt zeigt Selbstsicherheit – seine Lieder stehen teilweise im Gegensatz dazu. „Den Song habe ich geschrieben, um meine Neurosen loszuwerden“, erklärt er, und die Band spielt „Überblendung“.

Der Sänger und E-Gitarrist gibt sich betont lässig, trägt Anzug und streicht mehrfach den kinnlangen Pony aus dem Gesicht. Er scheint gut drauf zu sein an diesem Abend. Immer wieder hüpft er wild umher, manchmal wirkt er dabei etwas künstlich. Bei „This Is Michael“ fordert er das Publikum auf, die Hände zu heben. Als die Band „Container Love“ und „Then She Kissed Her“ anstimmt, muss Boa sein Publikum darum nicht bitten. Die Menge tobt auch so.

ls Boa das letzte Lied ankündigt, wird „Happy Spider“ gefordert. Das bringt ihn zum Lachen: „Komisch, das habe ich letztens schon einmal gehört“, sagt er. Stattdessen spielt die Band„Kill Your Ideals“. Ein letztes Mal wechseln sich Schlagzeug und Piano ab, bieten dem Publikum tanzbare Soli.

Boa übergibt seine offene Weinflasche der ersten Reihe im Publikum, gemeinsam mit Sängerin Pris klatscht er Hände ab. Er verlässt die Bühne nicht, ohne der Menge eine Kusshand zuzuwerfen.

Von Theresa Hellwig

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