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Porträt: Künstler Julius Hofmann hat bei Malerstar Neo Rauch studiert

In der Schule bestraft, in der Uni gelobt Porträt: Künstler Julius Hofmann hat bei Malerstar Neo Rauch studiert

Durch das Schaufenster des Cafés in der Göttinger Innenstadt ist zu sehen, wie Julius Hofmann sein Fahrrad anschließt. „Er ist passionierter Radfahrer“, sagt Michaela Kühn. Sie ist die Lebensgefährtin von Hofmann und kümmert sich „um administrative Dinge“, wie sie etwas nebulös erklärt.

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Julius Hofmann.

Quelle: Heller

Göttingen. Hofmann kann ihr Engagement vermutlich gut brauchen. Der 31-Jährige ist Künstler und hat bei Neo Rauch studiert, dem Star der sogenannten Leipziger Schule und einer der bestbezahlten Maler der Welt.

Geboren ist Hofmann in Bösinghausen. In Weende besuchte er die Realschule, die gleiche übrigens wie zweieinhalb Jahrzehnte vor ihm der Schriftsteller Max Goldt. Einen Unterstützer habe ihm seine Mutter zugeführt, erinnert sich Hofmann. Der Göttinger Künstler Georg Hoppenstedt habe ihm erste Tricks gezeigt, 15 oder 16 Jahre alt sei er da gewesen. Im Alter von 17 Jahren ging Hofmann nach Leipzig und absolvierte er seinen Zivildienst, „auf der Intensivstation der Unfallchirurgie“, erklärt er.

An einer freien Akademie begann er eine Graphik-Design-Ausbildung, doch man riet ihm, sich an der Kunsthochschule in Leipzig zu bewerben, damals eine sehr angesagte Ausbildungsstätte. Hofmann erarbeitete eine Mappe und wurde zur einwöchigen Prüfung eingeladen. Es bestand und fühlte: „Jetzt bin ich unter Gleichgesinnten.“ Mehr noch: „Für alle Dinge, für die ich auf der Realschule bestraft worden war, wurde ich jetzt gelobt.“

Nach dem Grundstudium schaffte er den Sprung in die Meisterklasse. Sein Lehrer dort: Neo Rauch. Zweieinhalb Jahre studierte Hofmann bei dem Malerstar, der dann ausstieg aus der Lehre. Bei Heribert C. Ottersbach brachte Hofmann sein Studium zu Ende. 2011 schaffte Hofmann sein Diplom, „ein ausgezeichnetes“, ergänzt Kühn. Was er anschließend gemacht habe? „Das Gleiche weiter“, sagt er.

Er arbeite an einer Verbindung des ältesten künstlerischen Medium, der Malerei, und dem modernsten, dem Computer, erklärt er. Natürlich malt Hofmann auch. Viele seiner Bilder gleiten leicht ins Düstere. Er spielt mit Assoziationen und Phantasien, die bisweilen auch gewalttätig und sexuell ausgerichtet sind. Seine Malerei überführt er auch in Filme, denn „der Film hat die bildende Kunst erfrischt“, sagt der Künstler. Sein ehrgeiziges Ziel: Er wolle sich „der Herausforderung stellen, die Computeranimation in den Rang zu heben, den die Fotografie jetzt einnimmt“.

Sein Atelier hat Hofmann übrigens in die Mecklenburgische Schweiz verlegt. Leipzig? „Das ist mir zu gewiss.“ Ein Jahr wollen er und Kühn in der Einsamkeit leben. „Dort wo Julius gerne ist, muss die Landschaft immer ein bisschen so aussehen wie um Göttingen“, erklärt Kühn. Und Hofmann ergänzt: „Das ist die perfekte Landschaft.“ Regelmäßig stellt Hofmann inzwischen aus, auch international. „Bilder sind wie Kinder“, sagt er, „sie müssen raus in die Welt.“ Einen anderen Beruf als den des Künstlers kann er sich nicht mehr vorstellen. „Das was ich jetzt mache, würde ich so oder so machen. Schön, wenn mir ein Sammler Geld dafür gibt.“

Künstlerbücher zu gewinnen

Göttingen. Gerade hat Julius Hofmann ein Künstlerbuch herausgebracht. „Re-import“ heißt es und zeigt „eine umfangreiche Darstellung meiner Werke von 2009 bis 2015“ , teilt der Künstler mit. Und weiter: „Auf spielerische Art sollen Zusammenhänge zwischen gegenständlichen Bildern, abstrakten Werken, Zeichnungen, Papier-Collagen und meinen Animations­filmen dargestellt werden.“

Wir verlosen  zwei Exemplare des Buches. Beantwortet werden muss dafür die Frage: In welcher deutschen Landschaft liegt das Atelier von Julius Hofmann? Die Antwort kann am Freitag, 29. Mai, zwischen 10 und 15 Uhr mit Namen, Adresse und Rückrufnummer zwischen 10 und 15 Uhr unter Telefon 01 37 /  8 60 02 73 durchgegeben werden (0,50/Min. Euro pro Anruf aus dem deutschen Festnetz, Preise aus dem Mobilfunknetz können abweichen).

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