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Prächtige Klangfarben

„Klezmer Bridges“ von Giora Feidmann Prächtige Klangfarben

In diesem Jahr feiert er seinen 80. Geburtstag. Doch ein Ruheständler ist Giora Feidman überhaupt nicht. Am Mittwoch gastierte er mit dem Rastrelli Cello Quartett in der nahezu ausverkauften Johanniskirche und präsentierte sein Programm „Klezmer Brigdes“.

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Begleitet wurde Feidmann vom Rastrelli Cello Quartett.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Feidman nimmt seinen Weg, wie immer, von hinten durch den Kirchenraum, mitten durchs atemlos stille Publikum. Seine Klarinettentöne sind bei diesem Entree so zart, das man manchmal nicht unterscheiden kann, ob er gerade spielt oder den Ton nur denkt. Ja, es ist das populäre hebräische Volkslied „Hava nagila“, das in keinem Feidman-Konzert fehlt, auch wenn es nicht auf dem Programm steht.

Feidmans Klarinette ist kein bloßes Instrument, sondern ein Körperorgan des Musikers. Sein Ton kann ein Lächeln sein, eine zärtliche Geste, ein schelmisches Lachen, eine liebende Umarmung. Ein solches Einssein von Persönlichkeit und Instrument erlebt man ausgesprochen selten.

Dabei ist es fast gleichgültig, was er gerade spielt. Der Hörer wird förmlich in das musikalische Geschehen hineingezogen, lebt wie Feidman mitten in der Musik, die gerade erklingt. Das gilt für die Klezmer-Stücke ebenso wie für andere Genres, die Feidman mit derselben Ausdrucksintensität darbietet – etwa ein Ausschnitt aus Orffs „Carmina burana“, Louis Armstrongs „What a wonderful world“, die Spirituals „Go Down Moses“ und „Swing low, sweet chariot“ bis hin zum Beatles-Titel „When I’m sixty-four“, der das offizielle Programm abschließt. Die Vielfalt seiner Klarinetten-Klangfarben erweitert Feidman zeitweise durch die faszinierend dunklen Töne der Bassklarinette.

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Von Redakteur Michael Schäfer

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