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Premiere: „Von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen“ im Jungen Theater

Cooles Gruselvergnügen Premiere: „Von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen“ im Jungen Theater

Alle sollen nicht nur sein, sondern auch was werden. So auch im grimmschen Märchen „Von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen“, das in einer Inszenierung  der Gruppe Manufaktor im Jungen Theater Premiere feierte.

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Im Bauch des Walfischs? Friedericke Miller mit dem Riesenfisch.

Quelle: Heise

Göttingen. Manufaktor wurde von Friedericke Miller, Gildas Coustier und Mathias Becker für ihrer Diplomarbeit gegründet. Alle drei studieren in der Puppenspielabteilung der renommierten Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Berlin.

Schauplatz ist die Werkstatt des Puppenspieles Gildas, der den Auftrag bekommt, mit einer Kollegin das Märchen als Figurentheater zu inszenieren. Davon ist er gar nicht begeistert. Wie der Sohn im Märchen, ist auch er kein Liebling seines Vaters. Dieser teilt ihm am überdimensionalen Styropor-Telefonhörer schließlich mit, dass er seine Laufbahn als Puppenspieler nicht weiter unterstützen wird.

Durch diese Parallele zum Märchen, in dem der Vater den nichtsnutzigen Sohn aus dem Hause jagt,  ist der Boden für ein Stück im Stück geebnet und Realität und Märchen greifen immer mehr ineinander. Der Sohn, die Holzpuppe Pierre, hat nur eine einzige Ambition: Er möchte das Gruseln erlernen. Vom Vater „Herrn Hobel“ mit 50 Talern ausgestattet, zieht der Verstoßene in die Welt hinaus.

In dieser fantasievollen, aberwitzigen Inszenierung stellen Puppen, glänzend aufgelegte Schauspieler und Objekte gleichermaßen das Bühnenpersonal. Wichtigstes Material bleibt das Holz, im Zentrum steht lange Zeit eine Hobelbank, auf der die Welt Pierres lebendig wird. „Ach, wenn es mir nur gruselte“, seufzt der Unerschrockene immer wieder, den weder der übermotivierte Pfarrer, noch drei Nächte im Gruselschloss des Königs bekehren können.

Miller gibt zwischendurch einen sehr putzigen Yoda und in einer längeren Musiksequenz einen wahrlich heutigen und coolen König im Pelzmantel mit Rapper-Attitüde in Feierlaune. In dessen Schloss tanzen Skelette im Stil des Schwarzlichttheaters. Originelle Regieeinfälle wie diese geben der Geschichte Würze und eine gehörige Portion Coolness. So können Märchen eine Zielgruppe jenseits des Grundschulalters erreichen. Langanhaltenden Premierenapplaus erntete diese gelungene Geschichte um die Sehnsucht, das Gruseln zu erlernen.

Von Marie Varela

Die Vorstellungen: 30. November und 20. Dezember um 15 Uhr sowie am 16. Dezember um 10 Uhr im Jungen Theater Göttingen, Hospitalstraße 6. Kartentelefon: 05 51 / 49 50 15.
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