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Amouröse Turbulenzen

Premiere von „Boeing Boing“ im Theater im OP Amouröse Turbulenzen

Der betuchte Pariser Junggeselle Bernard (Erkan Akcali) ist mit drei Frauen gleichzeitig verlobt. Dass ein Leben zwischen mehreren Frauen und Zeitzonen zu erheblichen amourösen Turbulenzen führt, zeigte sich im Theater im OP in der temporeichen Inszenierung „Boeing Boeing“ von Thomas Rühling.

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Theresa Kraus als „Judith“ und Jens Tödter als „Robert“.

Quelle: Theater im OP

Göttingen. Aller guten Dinge sind drei heißt es, und so sieht das auch Bernard. Seine drei Verlobten sind alle attraktive Stewardessen unterschiedlicher Nationalitäten und Fluglinien, und eine Begegnung ist natürlich nicht vorgesehen. Ohne Bernards Hausangestellte Berthe (trocken, präzise und souverän: Alina Halverscheid) wären die logistischen Herausforderungen nicht zu meistern, muss doch beispielsweise immer das richtige Portraitfoto auf dem Tisch stehen und das Lieblingsessen der jeweiligen  Dame vorrätig sein.

Die erfolgreiche Komödie spiegelt die 1960er Jahre wider

Fasziniert beobachtet Bernards Freund aus der Provinz, Robert (Jens Tödter), was da im Hause vor sich geht und kommentiert es mit: „Du bist frivol“. Zwar ist Bernards Tablet immer griffbereit, aber so redet heute keiner mehr und auch das hier vertretene und von beiden favorisierte Frauenbild der attraktiven, liebestollen, aber finanziell unabhängigen Stewardess mit überschaubarer Intelligenz lässt sich aus heutiger Sicht kaum noch nachvollziehen. Die weltweit erfolgreiche Komödie des Franzosen Marc Camoletti spiegelt die 1960er Jahre wider und wurde 1965 mit  Tony Curtis und Jerry Lewis verfilmt.

Die Amerikanerin Janet (Johanna Osterloh), die Französin Jaqueline (Laura Apel) und die Schweizerin ohne Schweizer Akzent (überzeugendes Schauspiel: Theresa Kraus) flirten und küssen sich durch  rund 120 Minuten und bringen Bernards ausgeklügeltes System durch den Umstieg auf bessere und schnellere Flugzeuge gehörig durcheinander. Erfrischender Weise bringen die Damen aber am Ende die Entscheidung: Eine fliegt für immer ab, und jeder der Freunde hat eine Stewardess für sich. Aber ewig lockt das Weib...

Eine in der Regie nicht stringent vollzogene Zeitreise

Wer sich auf diese – in der Regie nicht stringent vollzogene - Zeitreise und die damit verbundenen Rollenklischees einlassen kann, hat durchaus Spaß an der Inszenierung. Für alle anderen können die permanenten Liebesbeteuerungen, Knutschereien und Sätze wie: „Magst du auch Leidenschaft zum Frühstück?“ enervierend sein. Das Publikum applaudierte dem spielfreudigen Ensemble ausdauernd.

Von Marie Varela

Nächste Vorstellungen am 6., 7., 9. und 10. September jeweils um 20.15 Uhr im Theater im OP, Käte-Hamburger Weg 3.

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