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Premiere von „Zärtliche Machos“ in der Aula am Waldweg

Von Wortwitz getragen Premiere von „Zärtliche Machos“ in der Aula am Waldweg

Das Theater im OP (ThOP) wartet weiterhin auf eine Sanierung, und so hatte auch die neue Produktion des ThOP nicht im Käte-Hamburger-Weg, sondern in der Aula am Waldweg Premiere.

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Männliche Wohngemeinschaft mit Skat, Bier, und Zigaretten.

Quelle: EF

Göttingen. Es gibt Orte, die scheinen aus der Zeit gefallen zu sein. Sie erinnern an die Schulzeit. Und wer erinnert sich nicht an eine vor allem aus Holz oder Holzimitat bestehende, ewig altmodisch und verstaubt wirkende Schulaula mit schweren Vorhängen vor Bühne und Fenstern? Irgendwie steht der Produktion „Zärtliche Machos“ von Peter Schubert dieser Aufführungsort ganz gut.

In der Männer-Wohngemeinschaft sind sich Opa Karl (Heiko Siebert), Vater Harald (Jens Tödter) und Sohn Philipp (Sebastian Braatz) in einem sehr einig: Bloß keine Frauen! Männlich werden die Abende mit Skat, Bier, Zigaretten und derben Sprüchen verbracht. Und dabei bekommt man schnell den Eindruck, dass Opa und Sohn eigentlich nur Abhängige Haralds sind, dem die Frauen einmal zu oft und zu heftig mitgespielt haben.

Beim zweitägigen Workshop in der Toskana traf den bereits Verheirateten die Liebe – so entsinnt sich Tödter herrlich pathetisch – in Gestalt von Philipps Mutter. Auf Opas Drängen hin muss Harald nun endlich mit der Wahrheit raus, dass er angesichts einer Wankelmütigkeit seitens der Mutter doch nicht Philipps leiblicher Vater ist. Das erschüttert diesen komödienhaft nur an der Oberfläche. Den richtigen Schwung in die Existenz der drei Männer bringt dann die neue Nachbarin Cecilia (überspitzt und präzise: Ayse Bolik), mit der auch gleich die Klischees Tierfreundin, Vegetarierin und Gutmensch Einzug in die ohnsorghafte Inszenierung halten.

Trotz aller schlechten Erfahrungen und der anfänglichen Ablehnung zeigt jeder Mann bald auf seine ganz eigene Art Interesse an der Frau im Haus, die es dann auch bestens versteht, sich Zugang zu Wohnung und Leben der Männer zu verschaffen. Obwohl „Zärtliche Machos“ thematisch und die Ausstattung betreffend ziemlich verstaubt daher kommt, hält sich das Stück, von Wortwitz, pointierten Dialogen und Spielfreude der Darsteller getragen, weitgehend wacker über Wasser.

Von Marie Varela

Weitere Vorstellungen: 27., 28., 30. März, 1., 7., 8., 10., 11., 15., 17. und 18. März um 20.15 Uhr in der Aula am Waldweg, Waldweg 26 in Göttingen.

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