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Oh du mein Österreich

Proben zu „Im weißen Rössl“ Oh du mein Österreich

Vor dem Alpenpanorama des Salzkammergutes ist die Welt noch in Ordnung - für den Berliner Sommerurlauber. „Wenn ick bloß wüsste, wo die verdammte Almhütte ist“, tönt er. Mit der Premiere von „Im weißen Rössl“ startet das Deutsche Theater am Sonnabend, 10. September, in die Saison.

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Proben in Göttingen für das „weiße Rössl“: Katharina Uhland (von links), Ronny Thalmeyer, Benjamin Krüger, Dorothée Neff, Benedikt Kauff.

Quelle: Säckl

Göttingen. Die verwitwete Wirtin Josepha betreibt das Gasthaus am Wolfgangsee und hat jedes Jahr Sommergäste aus Berlin. Trikotagenfabrikant Giesecke, gespielt von Ronny Thalmeyer, reist mit seiner Tochter Ottilie an, die er an den Sohn seines Konkurenten Sülzheimer, den „schönen Sigismund“ verheiraten will. Der hat allerdings ein Auge auf Klärchen geworfen, der Tochter des Professoren Hinzelmann. Ottilie dagegen flirtet mit dem Stammkunden Siedler, einem Rechtsanwalt, mit dem die Wirtin sich schon eine gemeinsame Zukunft ausmalt. Im Mittelpunkt des amourösen Durcheinanders steht der Oberkellner Leopold, der sein Herz an Josepha, seine „Frau Peppi“, verloren hat.

Tickets

Karten gibt es unter Telefon 05 51 / 49 69 11 oder an der Theaterkasse des Deutschen Theaters, Theaterplatz 11, montags bis freitags von 10 bis 19 Uhr.

Roman Majewski springt in seiner Rolle des unglücklich Verliebten von gebürsteter Kellnerwürde zu sympathischer Tollpatschigkeit. Er ist eines der drei neuen Ensemblemitglieder, die im „Weißen Rössl“ ihr Debüt am Deutschen Theater geben. Christina Jung spielt das lispelnde Klärchen, dem ihr „süßer Sigismund Sülzheimer aus Sangerhausen“ Sprachunterricht erteilt, und Dorothée Neff setzt sich als „Otti“ gegen die Kuppel-Pläne ihrer Vaters durch.

Das Stück wurde von Ralph Benatzky, Hans Müller-Einigen und Erik Charell komponiert und 1930 im Großen Schauspielhaus in Berlin uraufgeführt. Regisseur Tobias Bonn, Mitglied der Kabarettformation „Geschwister Pfister“, hat 1994 eine Version für Schauspieler geschrieben und am Berliner Theater „Bar jeder Vernunft“ schon selbst den Oberkellner Leopold gespielt. Er arbeitet bei den Proben mit Michael Frei, dem musikalischen Leiter des Stückes, und dem Choreographen Valentí Rocamora i Torà zusammen. Schon ab Mai dieses Jahres haben die Darsteller die Gesangsstücke einstudiert, bevor es an die szenische Umsetzung ging.

Bekannte Lieder wie „Im weißen Rössl am Wolfgangsee“ und „Mein Liebeslied muss ein Walzer sein“ bilden den Grundstock des Singspiels. Einzig genervt von den musikalischen Einlagen ist der altehrwürdige Kaiser Franz Joseph, gespielt von Bernd Kaftan, der beim lauthals geschmetterten Morgenständchen das Gesicht verzieht und sein „Es war sehr schön, es hat mir sehr gefallen“ herunterleiert. In Begleitung des allgegenwärtigen Walzer-Rythmus - mal schwermütig, mal erfrischend - prallt im Stück österreicher Schmäh auf die Berliner Schnauze der Gäste. „Ordnung gibt´s halt nur bei uns in Preußen“, stellt Giesecke fest und ordert beim zünftigen Schützenfest „Weiße mit Schuss“.

Nachdem Schluss ist mit der Kuppelei und den „Schweinereien“, haben sich drei heiratswillige Paare gefunden und das letzte Lied wird angestimmt.

Von Jana Probst

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