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Krumme Familien-Geschäfte

Probenbesuch im Deutschen Theater Krumme Familien-Geschäfte

In der Familie, die ab November in „Familiengeschäfte“ auf der Bühne des Deutschen Theaters (DT) präsentiert wird, kann wohl jeder Zuschauer Aspekte seiner eigenen wiederentdecken. Das hat sich bereits bei der ersten Durchlaufprobe des Bühnenwerks während der Hauptprobenzeit feststellen.

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Regisseur Erich Sidler (rechts) gibt Anweisungen an sein konzentriertes Ensemble.

Quelle: Wenzel

Göttingen. Noch beanspruchten die Schauspieler hier und da die Hilfe der Souffleuse. Doch sitzt der Text bei den meisten Akteuren schon passgenau. Regisseur und DT-Intendant Erich Sidler greift nur selten ein und wenn, dann ausgesprochen unangespannt. Zwei Darstellerinnen kommen zu spät durch eine Tür - ihr Gang zum Auftritt ist zu lang. Die schlichte Lösung: Sie gehen früher los. Toneffekte sitzen noch nicht hundertprozentig. Einem Schauspieler trägt Sidler auf, während eines wichtigen Auftritts verstärkt die Aufmerksamkeit seiner Kollegen zu erregen.

Schnelle Umsetzung

Beeindruckend zu beobachten, mit welcher Schnelligkeit die Schauspieler Sidlers Einwürfe umsetzten und wie konzentriert die Probe verläuft. Immerhin besteht das Ensemble aus mindestens 13 Schauspielern.

Die Familie, um die es geht, lebt in den 1980er-Jahren und besitzt ein mittelständisches Unternehmen. Dessen Leitung wird dem angeheirateten Schwiegersohn Jack übertragen. Kaum hat der mit der Arbeit begonnen, deckt er einen betriebsinternen Skandal auf: Ein Großteil der Ware wird mit dem Wissen einiger Familienmitglieder unter anderem Namen verkauft. Noch dazu wird Jacks jugendliche Tochter Sammy des Ladendiebstahls bezichtigt. Es stellt sich heraus, dass auch deren Schwester und Mutter sich in der Vergangenheit zu kleineren Delikten verleiten ließen, da es um die Finanzen der Familie nicht so gut bestellt ist wie von Jack bislang angenommen. Der rechtschaffene, auf Ehrlichkeit und Transparenz bedachte Familienvater sieht sich mit einer heiklen Frage konfrontiert: Bleibt er seinen Prinzipien treu oder gibt er dem Drängen seiner Familie nach und bewahrt seine Tochter auf nicht unbedingt legalem Wege vor einer Haftstrafe? Das Dilemma ist geschaffen, der Boden für ein spannendes Schauspiel bereitet.

Dynamik der Großfamilie

Im Mittelpunkt des schrillen und farbenfrohen Stücks bleibt immer die Dynamik der Großfamilie.

Regisseur Sidler gibt schließlich 15 Minuten Pause und widmet sich dann den Probengästen: „Es ist noch ein bisschen chaotisch und 15 Minuten zu lang“, sagt er. Das wird schon. Eine Woche vor der Premiere soll noch geprobt werden, dann ist noch Zeit für den letzten Feinschliff.

Von Karolin Basten

Infos zum Stück

Die Premiere ist für Sonnabend, 5. November, um 19.45 Uhr im Deutschen Theater Göttingen, Theaterplatz 11, geplant. Kartentelefon: 0551/496911.

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