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Programm-Musik, barrierefrei und grenzenlos

Neue Wege Programm-Musik, barrierefrei und grenzenlos

Neu war es – und für beide Seiten unheimlich aufregend: Das GSO spielte in der Stadthalle für über 1000 Förderschüler aus Göttingen und Umgebung.

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Staunen: Die jungen Zuhörer nehmen die orchestralen Klänge interessiert auf und applaudieren ausgiebig.

Quelle: Theodoro da Silva

Wie GSO-Geschäftsführer Christian Tachezi berichtete, war es das erste Konzert dieser Art für die Leinestadt. Denn auch wenn das Programm mit dem Familienkonzert identisch sein mag, die Gäste waren etwas Besonderes. Erstmals war ein Rollstuhl kein Hindernis mehr, denn verschiedene Fahrdienste übernahmen den Transport schwerbehinderter Zuhörer kostenlos.

Bei der Musikauswahl wurde auf Bewährtes gesetzt: Sergej Prokofjews „Peter und der Wolf“ bereitet auch gestandenen Konzertgängern noch Gänsehaut. Völlig zu unrecht meist als „Kindermusik“ abgetan, ist Prokofjews Komposition ein nur schwer zu übertreffendes Musterbeispiel der Verklanglichung außermusikalischer Inhalte. Die tragende Stimme des Schauspielers Christian Quadflieg tat ihr Übriges, damit die Dramatik der Geschichte um Peter, Ente, Vogel und Isegrimm ihre Wirkung nicht verfehlt.

Neu war es – und für beide Seiten unheimlich aufregend: Das GSO spielte in der Stadthalle für über 1000 Förderschüler aus Göttingen und Umgebung.

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Etwas geruhsamer ging es bei Camille Saint-Saëns „Karneval der Tiere“ zu. Der Reiz dieser Geschichte geht eher von den vermenschlichten Tieren aus, die im Kulturbetrieb ähnlich krude Verhaltensweisen an den Tag legen können, wie wir Zweibeiner. Aus musikalischer Sicht waren die beiden Flügel, die den meisten Platz auf der Bühne einnahmen, natürlich ebenso faszinierend und fügten sich gut in Saint-Saëns‘ grenzenlose Kreativität bei der Umsetzung der Tierstimmen.  

Die musikalische Leitung von Christoph-Mathias Mueller machte deutlich, dass seinem Orchester an der Jugendarbeit gelegen ist. Die neuen Maskottchen „Pizzi“ und „Cato“ sollen künftig dabei helfen, auch die jüngsten Gäste der Familienkonzerte für klassische Musik zu begeistern.
Kevin Sas ist mit 16 Jahren schon zu alt für die beiden Klangwichtel, hat das Konzert wegen der hochkarätigen Musik aber trotzdem genossen: „Das war richtig gut“, erzählte der Schüler der Göttinger Heinrich-Böll-Schule. Und weil er sonst nur Musik höre, die „Gitarren und Schlagzeug“ beinhaltet, können sich die Verantwortlichen des GSO über sein Urteil doppelt freuen.

Das GSO-Familienkonzert „Einfach tierisch“ wird am Sonntag, 14. Oktober, um 11.30 Uhr in der Stadthalle wiederholt.

Von Jonas Rohde

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