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„Jedermann“ vor der Stiftskirche

Programm der Gandersheimer Domfestspiele „Jedermann“ vor der Stiftskirche

Sie besinnen sich auf ihre Wurzeln, die Gandersheimner Domfestspiele. In der kommenden Spielzeit, dem 60. Jahr ihres Bestehens, steht auf dem Programm, womit das Freilicht-Theaterfestival 1959 startete: der „Jedermann“ von von Hugo von Hofmannsthal. Das teilte jetzt Intendant Achim Lenz.

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Erfolgreiche erste Spielzeit: Intendant Achim Lenz.

Quelle: PEK

Bad Gandersheim. Sie besinnen sich auf ihre Wurzeln, die Gandersheimner Domfestspiele. In der kommenden Spielzeit, dem 60. Jahr ihres Bestehens, steht auf dem Programm, womit das Freilicht-Theaterfestival 1959 startete: der „Jedermann“ von von Hugo von Hofmannsthal. Das teilte jetzt Intendant Achim Lenz.

„Läuft bei uns“ - so lautet das Motto der Domfestspiele 2018, die vom 10. Juni bis zum 5. August laufen. Der Leitsatz solle auch ein wenig provozieren, erklärte Lenz, denn „ es ist die große Frage, ob es wirklich immer weiter läuft“. Der „Jedermann“, die Geschichte von dem sterbenden Reichen, dem sein ganzes Geld nichts nützt, will Lenz „als großartiges freiluft-Spektakel“ auf die Bühne bringen. Und weiter: „Wir entwickeln eine neue Version. Wir werden die Inszenierung sehr groß machen.“ Ähnlich wie in der ersten Festspielzeit sollen bei der Produktion 2018 neben den Profischauspielern viele Laiendarsteller mitwirken. Ein Pfund, mit dem Lenz wuchern will: Wie schon in diesem jahr soll das Ensemble in der kommenden Saison „in der Lage sein, sehr akrobatische und zirzensische Inszenierungen“ zu spielen.

Mit dem sehr schwarzhumorigen Musical „Addams Family“ setzt Lenz auf erprobte Ware. Das Stück sei „extrem erfolgreich an verschiedenen Theatern in Europa“ gespielt worden, sagte Lenz. Als Folie dient eine sehr schräge Familie, deren Mitglieder alle ihren Hang zum Düsteren pflegen. Dabei stelle sich die Frage danach, „was denn eigentlich normal ist“, sagte Lenz.

Als Nachfolgeproduktion für das aktuelle auf dem Spielplan stehende Musical „Saturday Night Fever“ hat Lenz „Fame“ auserkoren. Darin wird die Geschichte von Jugendlichen erzählt, die sich in New York an einer Schule für darstellende Künste bewerben. Viele scheitern, wenige werden genommen. Das Publikum begleitet die Nachwuchskünstler durch ihre Ausbildung und erleben hautnah Triumphe und Scheitern der Protagonisten mit, die Schauspieler werden, Tänzer, Regisseure oder Musiker. Rap, Jazz, Rock und anderes umfasst das musikalische Repertoire und die Geschichte wird „mit sehr, sehr viel Humor erzählt“, meint der Intendant.

Als Familienstück hat Lenz „Peter Pan“ ausgewählt, ein Kinderabenteuer aus seiner Generation, sagte Lenz. Und genauso wie bei der kleinen Hexe, dem aktuellen Familienstück der Domfestspiele, stelle sich da die Frage: „Wie wird er denn fliegen?“ Dass das klappt, davon ist Lenz übezeugt: „Das kann die Hexe ja auch.“

Ein großes Fest zum Jahrestag der Festspiele plant Lenz mit seinen Mitarbeitern für den 12. Juli in Greene westlich von Bad Gandersheim. Der Grund ist wohl eher wenigen noch bekannt, aber einleuchtend. Die Domfestspiele starteten vor 60 Jahren auf der Greener Burg. Lenz will dafür eine große Show schreiben, die Szenen aus Stücken der vergangenen Festspieljahre enthält. Und er hofft, viele ehemalige Akteure dabei zu haben.

Besonders erfreut zeigte sich Lenz über die Arbeit des festspielteams in diesem Jahr. Die Schauspieler und Musiker seien sehr engagiert. Sehr erstaunt sei er „über die Leistungsfähigkeit des Ensembles“. Namen von Kollegen, die im kommenden Jahr wieder dabei sind, wollte er noch nicht nennen, weil noch keine Veträge unterschrieben seien. Aber: „Ich möchte auf Kontinuität bauen und möglichst viele Menschen, die in diesem Jahr hier sind, wieder holen.“ Ganz besonders hob Lenz darüber hinaus noch die Festivalbesucher hervor. „Ich bin immer wieder begeistert von diesem Publikum.“ Uwe Schwarz schließlich, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Gandersheimer Domfestspiele, bestätigte, dass sie „glücklich über den Verlauf der Saison seien. Schon vor der Premiere seien die Vorstellungen von den Produktionen „Saturday Night Fever“ und „Das Interview“ praktisch ausverkauft gewesen. Das habe er im Laufe der Jahre erst dreimal erlebt, bei „Evita“ und „Hair“ in der Intendanz von Georg Engelmann. Der habe das aber nicht wie Lenz schon im ersten Jahr geschafft.

Große Nachfrage

Die Nachfrage nach der Musical-Produktion „Saturday Night Fever“ bei den Gandersheimer Domfestspielen war so groß, dass bereits eine Zusatzvorstellung auf den Spielplan gesetzt wurde. Eine zweite kommt jetzt hinzu. Intendant Achim Lenz zeigte sich beeindruckt: „Ich bin überrascht über den Zuspruch für ,Saturday Night Fever'.“Der Vorverkauf für die außerplanmäßige Aufführung am Dienstag, 25. Juli, läuft bereits.

Der Vorverkauf für die „Domspitzengala“, eine knallige Show der Ensemble-Mitglieder, beginnt am Freitag, 14. Juli. Die Schauspieler präsentieren noch einmal die Glanlichter aus den Inszenierungen der laufenden Saison und einiges mehr. 12 Euro kostet eine Karte. Der Erlös geht zur Hälfte an die Jugendarbeit, die die Theaterpädagogin Indra Schiller verantwortet. Über die Vergabe der anderen Hälfte der Einnahmen entscheidet das Ensemble.

Als großes Problem nannte Intendant Lenz schließlich das finden von Probenräüumen, von denen drei benötigt werden. Er schloss nicht aus, dass die Proben an einen anderen Ort verlegt werden könnten. Tickets für die Vorstellungen der Festspiele, die noch bis Sonntag, 30. Juli, laufen, kosten zwischen 23 und 39 Euro. Sie können unter Telefon 05382/73777 geordert werden.

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