Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Prunkvoll und intim Orgelkonzert in St. Jacobi

Orgelkonzert Prunkvoll und intim Orgelkonzert in St. Jacobi

Musik der französischen Romantik und des italienischen Frühbarocks servierte Stefan Kordes am Silvesterabend im Orgelkonzert zum Jahresausklang in der voll besetzten Jacobikirche. Es gab also für jeden etwas: sowohl königliche Klangpracht als auch intime Polyphonie.

Göttingen. Jacobi-Kantor Kordes hatte dem Werk des in Belgien geborenen, in Paris wirkenden Romantiker César Franck das ganze Jahr 2015 gewidmet. Im Silvesterkonzert komplettierte er nun diesen Zyklus mit einer kurzen „Sortie“ („Ausgang“), der „Grande pièce sympho¬nique“ op. 16 und dem „Final“ op. 21. Das sind klangmächtige Werke, die weniger mit religiöser Inbrunst zu tun haben, sondern eher auf weltlichen Glanz bedacht sind. Den ließ Kordes in seinem virtuosen Spiel hell strahlen. Was er dabei mit den Füßen tut, bleibt sonst dem Publikum verborgen. Doch dank einer Videoübertragung auf eine Leinwand im Altarraum war nun zu bewundern, welche Fußfertigkeit für das Orgelspiel nötig ist.

Diesem konzertanten Pomp stellte Kordes an der kleinen italienischen Orgel drei spielfreudige Stücke von Girolamo Frescobaldi aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts entgegen. Das ist eine eher introvertierte Musik, ausgesprochen kunstvoll in der polyphonen Anlage, reich verziert und zart im bisweilen befremdlich schiefen Klang, der der originalen alten Stimmung dieses Instruments geschuldet ist. Zum Schmunzeln des Publikums kam auch das fröhlich zwitschernde Nachtigall-Register zum Einsatz.

Es gab reichlich Beifall. Die Zugaben: eine unbekümmert fröhliche „Sortie“ – eher für den Rummelplatz als für die Kirche – von Lefébure-Wély auf der großen und ein verspieltes barockes Kuckucks-Capriccio von Johann Kaspar Kerll auf der kleinen Orgel.

el

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Die Milchbar im Nörgelbuff