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Pummelige Prinzessinnen und ein Froschkönig

Froschkönik im Studio des Deutschen Theaters Göttingen Pummelige Prinzessinnen und ein Froschkönig

Drei pummelige Prinzessinnen sitzen in flauschigen, knallbunten Jogginganzügen gelangweilt herum und stopfen sich bis zum Umfallen Pralinen in den Mund. „Den ganzen Tag Pralinen essen, das ist echt kein Zuckerschlecken“, meint eine, aber sie wollen ja den Herrn Papa nicht enttäuschen.

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Der entscheidende Kuss: Frosch (Dominik Bliefert) und Prinzessin Lily (Katharina Hintzen).

Quelle: Winarsch

So beginnt die erfolgreiche Premiere der modernen und äußerst witzigen Version des Froschkönigs von Ulrich Hub, inszeniert von Thomas Esser, im DT-Studio.

Große Kissen, die aussehen wie lecker verzierte Donuts, ein riesiges Stück Torte und gestapelte Pralinenschachteln zieren die Bühne. Ja, das Leben im Schloss ist anstrengend und eintönig, wenn man den ganzen Tag Zuckerwerk essen muss. Aber das ändert sich, als der König – brillant gespielt von Jan Exner – eine goldene Kugel mitbringt, für die Prinzessin, die ihn am liebsten hat. Mit witzigem Charme überzeugt Katharina Hintzen in der Figur der jüngsten, trotzigen Tochter Lily, die anstatt eine große Rede wie ihre zwei älteren Schwestern (Imme Beccard, Marie-Thérèse Fontheim) zu schwingen, nur keck meint: „Wenn ich die Kugel nicht kriege, fange ich an zu weinen.“ Denn der König will keine Tränen im Königreich.

Doch die geliebte Kugel fällt Lily in den Brunnen. Da erscheint der Frosch (Dominik Bliefert) in enger grüner Hose mit dickem Hintern, glänzend grünem Hemd und Fliegerkappe: „Alles in Butter auf dem Kutter?“ Nach vielen Versprechungen holt er Lily die Kugel zurück, die aber anschließend von ihren Beteuerungen nichts mehr wissen will. So folgt der Frosch, eine abgewandelte Version des Prince-Songs „Kiss“ („You don’t have to be rich to be my girl …“) singend, ihr heimlich ins Schloss. Die erbosten Schwestern entdecken ihn, erfahren von den Versprechen und planen blitzschnell die Hochzeit der beiden. Dazu kommt es aber vorerst nicht. Der Lurch wird in die Torte gesperrt, erstickt fast und wird anschließend zum Froschkönig gekürt. Es kommt zum Kuss zwischen ihm und Lily und zu seiner Verwandlung: Ein Prinz mit strohblonden langen Haaren und weißer Strumpfhose erscheint, der sich selbst unwiderstehlich findet.

Das Stück besticht durch seine amüsanten Charaktere, die von den Schauspielern grandios umgesetzt werden. Auch die musikalischen Einspielungen, unter Leitung von Exner, überzeugen und sind mit ihren witzigen Texten ein zusätzliches Glanzlicht. Für die originelle Ausstattung ist Anja Kreher verantwortlich, für die Dramaturgie Nicola Bongard. Der Humor des Stücks ist für Kinder wärmstens zu empfehlen, lässt aber auch ältere Menschen herzlich lachen.

Die nächsten Vorstellungen: 10. und 14. April um 16 Uhr, 15. April um 9 Uhr, 19. April um 18 Uhr, 20. April um 10 Uhr. Kartentelefon: 05 51 / 49 69 11.

Von Noreen Hirschfeld

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