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Qeaux Qeaux Joans & Reyn Ouwehand

Apex Göttingen Qeaux Qeaux Joans & Reyn Ouwehand

Sie war schon mal da und hinterließ ein tief beeindrucktes Publikum. Voller Intensität kreiert Qeaux Qeaux Joans fesselnde Klangwelten aus Pop-, Neoklassik- und Elektronikelementen. Diese präsentierte sie mit mächtiger Stimme in Begleitung des Multiinstrumentalisten Reyn Ouwehand erneut im Apex.

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Qeaux Qeaux Joans

Quelle: Pförtner

Göttingen. Ihr Deutsch sei besser geworden, aber es klinge immer noch wie Rudi Carrell, gibt Joans zu Beginn schmunzelnd an, um dann betroffen die gerade sich verbreitende Nachricht vom Tode von Prince zu erwähnen. Leise gibt sie ihm ein „Rest in Peace“ mit auf den Weg, bevor sie sich ans Piano setzt.

Faszinierende Klanggebilde

Ist sie bei ihrem ersten Konzert im Apex noch solo nur zur Piano- und Gitarrenbegleitung aufgetreten, begleitet sie nun der niederländische Produzent und Multiinstrumentalist Reyn Ouwehand. Und dieser erweist sich als kongenialer Begleiter und „Master of Sounds“, spielt E-Gitarre, Bass, Schlagzeug und Keyboards und erzeugt faszinierende Klanggebilde.

Knackige Drums, per Loopschleife unterlegt, und düstere Keyboardklänge eröffnen „This Boy“ vom aktuellen Album „The Ritual“, einem sehr modern klingendem, vielschichtigem Popkonstrukt. Und dann nimmt diese schlicht überwältigende Stimme den Raum ein, mal zart, brüchig, fast verletzlich, dann wieder rau, dunkel, kraftvoll, dynamisch und mit einem unglaublichem Volumen ausgestattet.

Fast theatralisch zelebriert Joans mit intensiver Gestik und Mimik ihre Lieder, die mit minimalistischen Pianoeinwürfen, mehrstimmigem Gesang und brodelnden Drum- und Elektro-Beats eine unwiderstehliche, fast filmische Sogwirkung erzielen.

Wie ein Lavastrom

Ein markantes Intro leitet übergangslos in das wunderschöne, getragene „The Ritual“, begleitet von Joans´ einfühlsamen Klavierspiel. Sie mache keine fröhliche Musik gesteht Joans, aber sie sei heute fröhlich. „Running out“ singt sie mit faszinierender Inbrunst.

Zum Ende wiederholt sie fast schreiend ohne Mikrofon immer wieder den Refrain. In „Brother“ zeigt sie ihre Blues- und Gospelwurzeln. Mit trockenen Beats und verzerrten, düsteren elektronischen Klängen schleppt sich „Fading“ klagend dahin wie ein Lavastrom. Darin eingebunden eine versteckte Referenz an Prince mit dem Refrain von „Nothing compares 2 U“, das dieser komponiert hat.

„Stronger“ setzt dann den beeindruckenden Schlusspunkt eines fast zweieinhalbstündigen Konzertes, das in seiner Intensität kaum zu überbieten ist. Für „Road Trippin´“ greift Joans noch mal zur Gitarre und zitiert darin sehr intim und kurz angespielt etliche bekannte Songs von Beyonce über Justin Timberlake hin zu Terence Trent D´Arby. Gänsehaut pur!

Von Jörg Linnhoff

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