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"Quälereien" von Erik Satie

Konzert im Clavier-Salon "Quälereien" von Erik Satie

Vor 150 Jahren, am 17. Mai 1866, wurde in Frankreich Erik Satie geboren. Der 1925 gestorbene Komponist hat mit seinem Schaffen die Neue Musik nachhaltig beeinflusst. Aus diesem Anlass veranstaltet der Clavier-Salon am Dienstag, 17. Mai, ein außergewöhnliches Konzert. Beginn ist um 9 Uhr morgens.

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Erik Satie, Karikatur von Alfred Frueh.

Quelle: Alfred Frueh

Göttingen. Aufgeführt wird das Klavierstück „Vexations“ – ein Werk von drei Zeilen Länge, dessen Besonderheit im Kleingedruckten besteht. Denn Satie („Jeder wird Ihnen sagen, ich sei kein Musiker. Das stimmt“) schreibt vor, dass es 840-mal wiederholt werden muss. Daher der Titel: Er bedeutet auf Deutsch „Quälereien“.

Musik als Möbelstück

Natürlich ist das zwar ernst gemeint, aber selbstverständlich ergibt das kein „normales“ Konzert. Zum einen ist nicht vorgeschrieben, dass ein und derselbe Pianist alle 840 Wiederholungen spielen muss, zum anderen sieht Satie Musik in der Funktion eines Möbelstücks.

Und Möbelstücke muss man nicht ständig anschauen – also muss man bei den „Vexations“ auch nicht ständig zuhören. Das Publikum darf während der voraussichtlichen Aufführungsdauer von rund zwölf Stunden lesen, essen, trinken, spielen, schlafen, auch mal einen Spaziergang in die Stadt unternehmen und später wiederkommen oder was ihm sonst einfällt.

Vexations

„Vexations“: Aufführung am Dienstag, 17. Mai, ab 9 Uhr im Clavier-Salon, Stumpfebiel 4. Ein Tagesticket kostet 5 Euro.

Ihre pianistische Mitwirkung zugesagt haben bislang Gerrit Zitterbart, der Clavier-Salon-Betreiber, Studierende, vielleicht auch Lehrende der Musikhochschule Hannover sowie Michael Schäfer. Weitere Klavierspieler sind willkommen, sie werden gebeten, sich unter gerritzitterbart@hotmail.com anzumelden und dabei den möglichen Zeitraum ihrer Teilnahme anzugeben. Nach der 840. Wiederholung ist Gelegenheit, auf den Geburtstag des verehrten Jubilars anzustoßen.

Uraufgeführt wurden die „Vexations“ am 9. September 1963. Einer der teilnehmenden Pianisten war John Cage. Wer an der Göttinger Aufführung teilnehmen will, sollte den Rat Saties beherzigen. Er vermerkte zu seinem Stück: „Um dieses Motiv achthundertvierzigmal zu spielen, wird es gut sein, sich darauf vorzubereiten, und zwar in größter Stille, mit ernster Regungslosigkeit.“

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