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„Queen II“ spürt in der Göttinger Stadthalle der Legende nach

Leben in der Bude „Queen II“ spürt in der Göttinger Stadthalle der Legende nach

Nebel quillt von der Bühne, viel Nebel. Noch mehr Nebel. Das gehört dazu, wenn eine Tribute-Band der legendären Bombastrocker „Queen“ auf die Bühne kommt.

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Optisch nah dran: Michael Kluch als Sänger Freddie Mercury und Gitarrist Wolf Kuntze als sein Vorbild Brian May.

Quelle: Theodoro da Silva

Göttingen. „Es gibt viele davon“, sagt einer aus dem Organisationsteam von „Queen II“ vor dem Konzert in der Göttinger Stadthalle. Nicht alle seien so gut. „Das können wir vielleicht besser“, meint der junge Mann. Warum? Weil beispielsweise Gitarrist Wolf Kuntze schon seit seiner Jugend glühender Queen-Fan sei und schon mehrfach mit seinem Vorbild Brain May über dessen Gitarrentechnik gesprochen habe, erzählt der Organisator. Zum Zeichen seiner Wertschätzung trägt Kuntze eine Perücke mit wallender schwarzer Lockenpracht.

Das Programm von „Queen II“ umfasst viele der Lieder, die die Originale um den charismatischen Frontmann Freddie Mercury zwischen der Bandgründung 1970 und dem Tod von Mercury 1991 berühmt gemacht haben. Früh am Abend schon steht „Killer Queen“ auf der Setlist. Dann folgt „Under Pressure“, bald darauf „Another One Bites The Dust“ und „Who Wants To Live Forever“.

„Ihr könnt gerne nach vorne kommen, klatschen und tanzen“, ruft Gitarrist Kuntze den rund 150 Konzertbesuchern gleich am Beginn zu, denn gerade in den ersten beiden Reihen ist noch viel Platz. Immerhin galt „Queen“ damals als eine der lautesten Bands der westlichen Welt.

Bei „Mama“ perlt erste Gänsehaut

Doch nicht nur die Konzertbesucher, auch die Musiker auf der Bühne sind älter geworden und hören gerne ein wenig leiser. Der einzige Nachwuchsmann auf der Bühne ist der Prager Sänger Michael Kluch, Jahrgang 1986. Er kommt optisch dem Original Mercury relativ nahe. Stimmlich ist es für ihn schwierig, einen der stärksten Rocksänger der Geschichte zu erreichen. Doch gelingt gerade das Kluch ganz gut.

Was allen „Queen II“-Protagonisten allerdings abgeht, ist die Bühnenpräsenz der Originale. Kluch, der auch mit „Queenie“, einer tschechischen Queen-Coverband, unterwegs ist, hat sich einige Choreographien und anzügliche Mikrophon-Posen von Mercury abgeschaut, doch die Dynamik des Sängerderwischs fehlt ihm völlig.

Die zweiten Hälfte des Abends startet wieder mit Nebel, weitere Queen-Kracher stehen auf dem Programm. Alle Besucher sollen jetzt aufstehen. Viele folgen der Aufforderung, Leben kommt in die Bude. Denn eigentlich wollen sie sich bewegen, so wie damals, als die entsprechenden Läden noch Disko und nicht Club hießen. Langsam steigert sich die Stimmung. Bei „Mama“ perlt erste Gänsehaut.

Als Zugabe kommt dann das legendäre „We Will Rock You“, das eigentlich wie eine Soundwand im Raum stehen soll. An diesem Abend ist die berühmte Queen-Wand immer ein wenig kleiner, weniger bombastisch, weniger mondän. Ein bisschen funktioniert das wie die Modelleisenbahn für den Einsenbahnfreund.

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