Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -4 ° wolkig

Navigation:
Rainald Grebe über seine Welt-Erforschung

Interview Rainald Grebe über seine Welt-Erforschung

Drei Jahre lang hat der Kabarettist und Schauspieler Rainald Grebe am Schauspiel Hannover den Übergang von der analogen in die digitale Welt erforscht. Mit der Premiere von „Das Anadigiding III. Die Welt von morgen“ geht die Serie am Donnerstag, 10. März, in ihre letzte Runde.

Voriger Artikel
Deutsche Texte
Nächster Artikel
Gipfeltreffen mit Seven Up in Göttingen

Reinald Grebe

Quelle: dpa

Hannover. Herr Grebe, wie sieht die Welt von morgen aus?

Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Experten haben mir erklärt, dass es so Kurven gibt. Und in der Kurve der dritten industriellen Revolution, in der wir uns befinden, haben wir gerade eben die Talsohle verlassen. Jetzt steigt die Kurve exponentiell an. Es kann also sein, dass die Veränderungen in den nächsten Jahrzehnten so extrem sein werden, dass wir sie unmöglich vorhersagen können.

Was hätten Sie gerne noch unternommen, wenn Sie mehr Zeit gehabt hätten – und der Etat in Hannover unbegrenzt wäre?

Dann wäre ich gerne um die Welt gereist. Ich hätte gerne all die Orte aufgesucht, die gerade interessant sind für das Thema, zum Beispiel das Silicon Valley oder irgendwelche Steppen. Ich hätte gerne geskypt in der Mongolei. Oder entlegene Orte aufgesucht, an denen noch kein Netz existiert. Das ist eigentlich etwas, was noch aussteht, dass man das Projekt aus Hannover heraus rund um den Globus treibt.

Und wie holt man solch Erfahrungen dann auf die Bühne zurück?

In einem Diavortrag, mit so drei Apparaten, die automatisch weiterschalten, wie damals in den Neunzigerjahren, als es viele Reisende gab, die damit durchs Land tourten. Das war bereits damals schon so aus der Zeit gefallen. So etwas sollte man mal wieder machen.

Uraufführung

Die Uraufführung von „Das Anadigiding III. Die Welt von morgen“ läuft am Donnerstag, 10. März, um 19.30 Uhr im Schauspielhaus Hannover, Prinzenstraße 9.

Was war denn Ihr Highlight in den letzten drei Jahren?

Ich denke sehr gerne zurück an einen Abend im letzten Jahr in meiner kleinen Reihe, in der Volker Gerling zu Gast war. Das ist der einzige Daumen-Kinograph, den es in Deutschland gibt. Mein Herz hängt offenbar doch am Analogen. Der hat da einfach seine Daumenkinos gezeigt. Mich hat vor allem fasziniert, wie langsam dieser Mensch lebt und arbeitet. Der macht jedes Jahr ein Daumenkino, das ist sein Rhythmus. Das war ein perfekter Abend.

Was erwartet denn die Zuschauer bei der kommenden Premiere?

Das Setting wird eine Zukunftsmesse sein, die fast genau so heute stattfinden könnte. Diese Messe ist wie ein riesiges Labyrinth, man hat unermesslich viele Hallen und Stände, wo man dran vorbeiläuft, und begibt sich auf eine Art Messerundgang. Es gibt am Anfang auch einen Messemoderator und das Setting ist ganz klar. Später wird sich das dann aber auflösen und es gibt Zeitreisen und ähnliches. Plötzlich ist man auf einer Messe in den Fünfzigerjahren. Und es gibt zum Beispiel einen Senioren-Chor, was ich auch sehr interessant finde. Wie sehen Menschen die Welt, die schon ein bisschen älter sind – oder bei denen man sagt, soviel Zukunft haben die rein statistisch nicht mehr?

Interview: Alexander Kohlmann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Die Milchbar im Nörgelbuff