Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Comedian Ralf Schmitz mit „Aus dem Häuschen“ in der Stadthalle

„Ich liebe Muffen“ Comedian Ralf Schmitz mit „Aus dem Häuschen“ in der Stadthalle

Fasse dich kurz – dieser Satz war in früherer Zeit an jeder Telefonzelle zu lesen. Ein Credo, das vielleicht auch der Schreiber dieses Wohnungsangebotes im Kopf hatte. „Zwei Zimmer, Treppe, Wand“ steht da auf einem Zettel nebst einer Telefonnummer.

Voriger Artikel
Liedermacher Götz Widmann zu Gast in der Tangente
Nächster Artikel
„Dyplom“: Ausstellung mit Werken von polnischen Künstlern

Gefoppter Veräppler: der Comedian und Improtheater-Schauspieler Ralf Schmitz.

Quelle: Heller

Göttingen. Selbst fotografiert habe er das, meint Ralf Schmitz aus Köln. Das Publikum lacht, und auch Schmitz amüsiert sich über das äußerst knapp formulierte Angebot. Allerdings sind die Dinge nicht immer so, wie sie scheinen.

Mit seinem neuen Programm „Aus dem Häuschen“ steht Schmitz, der aus den Fernsehformaten „Schillerstraße“ oder „Genial daneben“ bekannt ist, auf der Bühne der Stadthalle. Bauen, Renovieren und Heimwerkern sind die Grundthemen der Show, die vor allem aus Improvisationen besteht.

Immer wieder bittet der Kölner sein Publikum um Stichworte. Wo können sich zwei Menschen begegnen? Bei der Eisenwaren- und Werkzeuggroßhandlung Lünemann, entscheidet das Publikum. Eine Liebesszene, zu der die Zuschauerin Bianca auf die Bühne gebeten wird, findet deshalb in dem Göttinger Handwerkermarkt statt – mit ziemlich schrägen Dialogen: „Mögen sie Muffen genauso gern wie ich?“, sagt Schmitz. „Ich liebe Muffen.“ „Ich glaube, aus uns kann etwas ganz Großes werden.“ „Eine große Muffe.“

„Irritierende Raumbilder“

Schmitz glänzt in den Impro-Nummern, reagiert flott und zieht mit Situationskomik das Publikum schnell auf seine Seite. Doch seine Stand-Ups schwächeln. So sind Witze über Reiner Calmund, der auf der Heimwerkerbaustelle alles in sich reinstopft, von Wandfarbe bis Moltofill, weder besonders lustig, noch in irgendeiner Weise neu.

Neu ist aber, das Schmitz sich auf einen Seitenhieb aus der Hochkultur gefasst machen muss. Denn räumliche Verwirrungen, die Schmitz zum Beispiel durch umkippende Wände auf der Baustelle verbildlicht, sind auch Thema der bildenden Kunst. „Irritierende Raumbilder“ zeigte 2008 laut Webseite eine Ausstellung des Malers Gerd Mies in Köln.

Ihr Name: Zwei Zimmer, Treppe, Wand. Die Wohnungsanzeige vom Anfang des Programms entpuppt sich damit höchstwahrscheinlich als Hinweis auf die Ausstellung, und Schmitz, der gerne Menschen veräppelt, hat sich selbst foppen lassen. Schaden wird es ihm nicht, denn im Laufe seines Programms wird deutlich, dass Schmitz sich selbst nicht besonders ernst nimmt. Witzig ist es aber allemal.

Von Daniela Lottmann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Die Milchbar im Nörgelbuff