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Rapperin Akua Naru gastiert in der Musa Göttingen

„First Lady des Global-Hip-Hop“ Rapperin Akua Naru gastiert in der Musa Göttingen

„Der einzige Unterschied zwischen uns ist, dass ich diejenige mit dem Mikrofone im Raum bin“, sagt Akua Naru zu den rund 100 Gästen. Einen weiteren gibt es vielleicht noch: Fachleute wie die vom Funkhaus Europa nennen sie die „First Lady des Global-Hip-Hop“.

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Akua Naru: Rap mit Aussagekraft und Leidenschaft.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Am Donnerstag hat die Musikerin mit ihrer Band Digflo in der Musa ihr Können gezeigt und Songs aus ihrem neuen Album The Miner‘s Canary präsentiert.

Naru, die mit bürgerlichem Namen LaTanya Olatunji heißt, ist in den USA, in Connecticut aufgewachsen. Schon früh entdeckte sie ihre Liebe zur Musik und fing bereits im Kindesalter an, Lieder zu schreiben. Doch Naru wollte mehr von der Welt sehen. Deswegen reiste sie nach Asien, Afrika und auch durch Europa, bevor sie in Köln ankam und blieb. Die Erfahrungen, die sie auf ihren Reisen gemacht hat, erzählt die Rapperin mit und in ihrer Musik.

Naru hat sich keinesfalls dem Gangsta- oder Hardcore-Rap verschrieben. „Global-Hip-Hop“ bezeichnet das Zusammenspiel aus Conscious-Rap – also politisch und sozialkritisch motivierter Botschaften – mit Poesie, Jazz, Blues und Soul. Klassische Hip-Hop-Elemente vernachlässigt die Kölnerin dabei aber keinesfalls. Was sich wie ein wildes musikalisches Potpourri liest, ergibt beim Auftritt von Naru und Band tatsächlich einen gut durchdachten Musik- und Genre-Mix.
Digflo spielen von Smooth-Jazz bis zum groovigen Hip-Hop alles. Alex Roenz (Bass), Christian Nink (Schlagzeug), Julian Ritter (Saxophon) und Leif Brautigam (Gitarre) verstehen es, die Genres miteinander zu verbinden und einen Sound zu kreieren, der mehr als nur ein Fundament legt. Sie bauen eher ein stabiles Haus für den Rap Narus. „Was wir auf der Bühne machen, ist Poesie“, beschreibt es die Rapperin.

In ihren Texten behandelte Naru Themen wie Selbstbewusstsein, Authentizität, Träume, Musik, Erfahrungen – eigentlich das Leben von allen Seiten. „Lasst euch nicht sagen, dass ihr etwas nicht könnt“, sagt Naru. Schließlich habe sie es geschafft, als Frau im männlich dominierten Hip-Hop am Mikrofon zu stehen. Und dort steht sie genau richtig. Zurecht ziehen Kritiker Vergleiche zur Musik der US-amerikanischen Sängerin, Rapperin und Songwriterin Lauryn Hill. Naru ist sich ihrer musikalischen Wurzeln bewusst und ruft Größen wie die Rapperin Bahamadia oder Gruppen wie die ­Fugees oder Run-D.M.C. in Erinnerung.

Nicht nur die Musik, sondern auch Narus Bühnenpräsenz kommt bei den Zuhörern an. Animiert sie eben noch das Publikum zum Mitsingen, dirigiert die Rapperin gleich schon die Einsätze ihrer Band. Naru weiß sich und ihre Musik in Szene zu setzten – eben durch diese Liebe und Leidenschaft zu gut gemachtem Hip-Hop mit Aussagekraft, den sie mit ihrer Band an diesem Abend in der Musa präsentiert.

Von Friedrich Schmidt

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